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Prof. Dr. Klaus Becker im Gespräch zu 50 Jahre HAW

Prof. Dr. Klaus Becker, Vizepräsident für Forschung und Wissenstransfer der TH Köln

Prof. Dr. Becker © TH Köln

Im Rahmen der Kampagne “unglaublich wichtig in NRW – 50 Jahre HAW” befragen wir die Beiratsmitglieder des Hochschulnetzwerks NRW. Hier ein Interview mit Prof. Dr. Klaus Becker, Vizepräsident für Forschung und Wissenstransfer der TH Köln zur Bedeutung der HAW.

Unglaublich, 50 Jahre HAW! Was bedeutet das für Sie als Vizepräsident für Forschung und Wissenstransfer der TH Köln und für die HAW in NRW?
Die TH Köln und auch die HAW in NRW haben sich in den 50 Jahren seit ihrer Gründung sehr erfolgreich entwickelt. Die Hochschulen nehmen den Puls der Zeit auf, wandeln sich kontinuierlich und denken voraus. Die Aktivitäten in Lehre, Forschung und Transfer sind eng verbunden mit den Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Zivilgesellschaft.

Was waren aus Ihrer Sicht die größten Meilensteine in der hochschulpolitischen Geschichte in den letzten 50 Jahren?
Der erste der größten Meilensteine ist die flächendeckende Gründung von HAW in der Bundesrepublik Deutschland in allen 16 Bundesländern. Eng verbunden damit ist als zweiter Meilenstein die berufspraktische Erfahrung von mindestens drei Jahren außerhalb des hochschulischen Bereichs als Muss-Berufungsvoraussetzung für Professuren. Dies ist das wesentliche, gesetzlich verankerte Alleinstellungsmerkmal aller HAW und stellt die Anwendungsorientierung in der Breite aller Studiengänge wie auch der Forschung an den HAW sicher.
Ein dritter wichtiger Meilenstein ist die gesetzliche Verankerung von Forschung als Aufgabe der HAW in den 1990er Jahren. Als vierter Meilenstein ist die sehr erfolgreiche, zu Beginn der 2000er Jahre erfolgte Umstellung des Studienangebots auf Bachelor- und Masterabschlüsse zu nennen, wobei insbesondere die Einführung von Masterstudiengängen einen erheblichen Schub für die Forschung gegeben hat.
Der fünfte Meilenstein ist die Verankerung eines eigenständigen Promotionsrechts in forschungsstarken Bereichen an den HAW. Dem Promotionskolleg NRW kann durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft nach vorheriger Evaluation durch den Wissenschaftsrat das Promotionsrecht verliehen werden.

Welche Bedeutung haben Lehre und Forschung an HAW für unser Land, für die Wirtschaft und Gesellschaft?
Die HAW bilden in ganz NRW eine wichtige Brücke in Lehre und Forschung für Wirtschaft und Gesellschaft. Die HAW sind Hochschulen, die Studierenden mit unterschiedlichsten Bildungsbiografien offenstehen. Es führen viele Wege ins Studium. Das Studienangebot ist eng orientiert an den regionalen Anforderungen, sowohl in inhaltlicher wie auch struktureller Hinsicht. In der Forschung werden Lösungen zu gesellschaftlich relevanten Fragestellungen erarbeitet, in vielen Fällen in enger Kooperation mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Zivilgesellschaft.

Unglaublich vernetzend! Seit über 15 Jahren ziehen die nordrhein-westfälischen HAW im Hochschulnetzwerk NRW an einem Strang. Was zeichnet das Netzwerk aus?
Das Hochschulnetzwerk NRW ist mit 21 Mitgliedshochschulen sowohl fachlich wie auch räumlich breit aufgestellt. Wir decken NRW in der gesamten Fläche ab und sind somit in ganz NRW vor Ort präsent. Inhaltlich sind im Hochschulnetzwerk NRW eine Vielzahl von wissenschaftlichen und anwendungsorientierten Kompetenzen vertreten. Das Hochschulnetzwerk NRW flankiert seit über 15 Jahren die hochschulpolitische Entwicklung in NRW und auch in Deutschland. Wir nutzen innovative Formate zum inhaltlichen und intensiven Austausch mit Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Durch die enge Vernetzung der Hochschulen untereinander stehen zu aktuellen und weit in die Zukunft reichenden Themen stets Kompetenzträger*innen aus der Wissenschaft zur Verfügung.

Lassen Sie uns in die Zukunft blicken. Wo stehen die HAW an ihrem 60. Geburtstag?
In zehn Jahren sind an den NRW HAW zehn Sonderinnovationsbereiche etabliert, in denen anwendungsorientiert und in enger Partnerschaft von Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft an Lösungen von gesellschaftsrelevanten Zukunftsfragen gearbeitet wird. In Sonderforschungsbereichen werden langfristige Projekte zur anwendungs- und transferorientierten Forschung durchgeführt. Es kooperieren in den Sonderinnovationsbereichen Wissenschaftler*innen aus mehreren Disziplinen einer Hochschule oder mehrerer Hochschulen, um neue Erkenntnisse zu einem eingegrenzten Thema zu erlangen und diese für die Anwendung in der Praxis bereitzustellen. Des Weiteren steht den Hochschulen für angewandte Wissenschaften in NRW ein Grundfinanzierung für Forschung über die regulären Hochschulhaushalt zur Verfügung.

Videostatement von Prof. Dr. Klaus Becker (YouTube-Channel 50 Jahre HAWs in NRW – unglaublich wichtig)

Wir danken Prof. Dr. Klaus Becker für das Interview.

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2021-09-08T10:30:41+02:0006.09.2021|Kategorien: HN NRW|Tags: |

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