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Promotionen

Promotionen2020-08-24T10:18:52+02:00

In kooperativen Promotionen wird an Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) in NRW an zukunftsorientierten Lösungen geforscht. In dieser Rubrik stellen wir nach und nach erfolgreich abgeschlossene Promotionen aus den Mitgliedshochschulen vor und zeigen etwa auf, welche Herausforderungen den Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern auf dem Weg hin zum Doktorhut begegnet sind.

© Dr. Norbert Kazamer

© Dr. Norbert Kazamer

Dr. Norbert Kazamer | Westfälische Hochschule

Optimierung des Umschmelzverfahrens flammgespritzter NiCrBSi-TiB 2-Beschichtungen und Untersuchung der tribologischen Eigenschaften.

Herr Dr. Norbert Kazamer promovierte 2019 kooperativ an der Politehnica Universität Timisoara, Rumänien.

Herr Dr. Kazamer, könnten Sie unseren Leser*innen erklären, was hinter Ihrer Promotion mit dem Titel “Optimierung des Umschmelzverfahrens flammgespritzter NiCrBSi-TiB 2 – Beschichtungen und Untersuchung der tribologischen Eigenschaften” steckt?

Thermisches Spritzen ist eine Technologie, die die Oberfläche eines festen Materials verbessert. Der Anwendungsbereich dieser Technologie liegt in der Verlängerung der Lebensdauer neuer Komponenten oder in der Reparatur beschädigter Komponenten. Meine Doktorarbeit konzentrierte sich auf die Verbesserung eines in der Industrie häufig verwendeten Materials. Die Forschung führte zur Entwicklung, Optimierung und Charakterisierung bekannter NiCrBSi-Beschichtungen, die mit TiB2-Partikeln verstärkt sind. Durch die neu entwickelte Beschichtung können die mechanischen, korrosiven und tribologischen Eigenschaften des NiCrBSi verbessert werden.

Welches Ziel haben Sie mit Ihrem Forschungsprojekt?

Ich bin der Meinung, dass die Forschung an den Hochschulen sehr gut auf die Industrie abgestimmt sein sollte. Da die Materialien und die Technologie, an denen ich geforscht habe, schon in der Massenproduktion eingesetzt werden, hoffe ich, dass die Ergebnisse meiner Doktorarbeit eine schnelle industrielle Anwendbarkeit finden werden.

Welche sind für Sie persönlich die pro und contra einer Promotion?

Die Erlangung eines Doktortitels ist eine sehr herausfordernde und komplexe Aufgabe. Das bedeutet viel Arbeit im Labor, zahlreiche Lehrtätigkeiten, Betreuung von Studenten, Teilnahme an Konferenzen und Veröffentlichung von Forschungsergebnissen. All diese Aktivitäten finden in jungen und dynamischen Teams statt und machen sehr viel Spaß. Allerdings begannen viele Freunde mit ihrer Karriere in der freien Wirtschaft, verdienten dadurch meist auch mehr und gründeten Familien, während ich mich manchmal nur als Student mit einem hohen Status fühlte. Manchmal konnte das schon etwas frustrierend sein.

Wie viel Arbeit steckte in Ihrer Promotion – wie hoch war Ihr durchschnittlicher, täglicher Aufwand?

Die Arbeitsbelastung hat sich in meinem Fall in drei Phasen aufgeteilt. Das erste Jahr bedeutete viel theoretische Forschung und das Kennenlernen der gesamten Laborausstattung. Ich habe es geschafft, ziemlich leicht in einem normalen Arbeitsprogramm zu bleiben. Die zweite Phase bedeutete viel Arbeit im Labor. Meine Arbeitszeiten begannen zu variieren, da manchmal Experimente nicht abgebrochen werden konnten, nur weil um 17h der Arbeitstag nach Plan zu Ende gehen sollte. Die Reparatur, die Anpassung der Anlagen oder die Wiederholung einiger Experimente müssen stets in Betracht gezogen werden. Phase drei erfordert das Schreiben viel Geduld. Wegen der vielen Aktivitäten an der Hochschule fehlt die so dringend benötigte Stille.

Das bedeutet, dass am Nachmittag und an den Wochenenden viel zu Hause geschrieben werden musste. Trotzdem ist man Ende zufrieden, wenn man alles geschafft hat und erfolgreich ist.

Welche Erfahrungen, im Zuge der Promotion, stechen für Sie besonders heraus?

Die Gelegenheit, dass ich in Zusammenarbeit mit meiner Heimatuniversität, der Politehnica Universität Timisoara aus Rumänien, promoviert habe, brachte viele positive kulturelle Aspekte mit sich. Im Laufe der Erarbeitung meiner Doktorarbeit habe ich auch Zufriedenheit hinzugewonnen, als die praktische Arbeit meine theoretischen Vermutungen bestätigte. Bei der Vorbereitung der Lehrtätigkeit habe ich viel Neues aus Themen gelernt, von denen ich dachte, dass ich sie schon recht gut kenne. Ich fand es auch sehr interessant, an Konferenzen teilzunehmen und Menschen zu treffen, sie sich in ihren Arbeiten mit ähnlichen Themen befasst, aber aus einer anderen Perspektive betrachtet an die speziellen Themen herangegangen sind.

Welchen Weg haben Sie nach Ihrer Promotion eingeschlagen?

Kurz nach meiner Promotion habe ich die Möglichkeit erhalten, an der Westfälischen Hochschule ein Projekt in Richtung Wasserstoffenergiesysteme zu verantworten. Obwohl es sich um ein ganz anderes Thema in Vergleich zu meiner Doktorarbeit handelt, finde ich diese Aufgabe sehr herausfordernd. Ich habe das Gefühl, dass ich mich aktiv am Kampf gegen den Klimawandel beteiligen kann. Wie in vielen Fällen bei Arbeiten in Forschungsinstituten endet mein Vertrag mit dem Ende des Projekts. Dennoch bin ich optimistisch, dass sich dann neue Möglichkeiten für mich ergeben werden und ich mich neue interessanten Herausforderungen stellen kann.

Wir danken Herrn Dr. Kazamer herzlich für den Einblick, den er uns ermöglicht hat und wünschen weiterhin viel Erfolg und vor allem Gesundheit für die Zukunft!

  • Pressemitteilung der Westfälische Hochschule
© Dr. Laura Best

© Dr. Laura Best

Dr. Laura Best | Fachhochschule Münster

Nähe und Distanz in der Beratung – Das Erleben der Beziehungsgestaltung aus der Perspektive der Adressaten.

Frau Dr. Laura Best promovierte im August 2019 kooperativ an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Frau Dr. Best, was war Ihre Motivation sich dem Thema der Beratung in der Sozialen Arbeit wissenschaftlich zu widmen?

Beratung stellt einerseits eine Querschnittsaufgabe in nahezu allen Arbeitsfeldern Sozialer Arbeit dar und wird andererseits als spezifische Methode eingesetzt. Es gibt viele wissenschaftliche Erkenntnisse über Beratung aus Sicht der Fachkräfte oder hinsichtlich der Wirksamkeit spezifischer Methoden. In der beruflichen Praxis machte und mache ich jedoch oftmals die Erfahrung, dass die Adressat*innen von Beratung das, was im professionellen Rahmen geschieht, deutlich anders erleben und bewerten als man es aufgrund der Fachliteratur häufig vermuten könnte. Daher bestand meine Motivation insbesondere darin, den Fokus auf die Sichtweisen der Klient*innen zu lenken, da diese ja von der Beratung profitieren sollen.

Welches Ziel haben Sie mit Ihrem Forschungsprojekt verfolgt?

Mein Ziel war es, mit Hilfe empirischer Daten die Perspektive der Adressat*innen von Beratung in den Blick zu nehmen, um eine Sensibilisierung von Fachkräften Sozialer Arbeit für die Bedürfnisse des Klientels in Bezug auf die Nähe-Distanz-Gestaltung im Kontext Beratung zu erreichen. Hierzu habe ich das Erleben der Adressat*innen der Beratung durch den Einsatz von Kopfkameras und videogestützten Interviews empirisch erforscht und dadurch die Wirkung des professionellen Handelns (mit dem Schwerpunkt Nähe-Distanz-Gestaltung) auf die Adressat*innen der Beratung dargelegt, um daraus Implikationen für die Beratungspraxis abzuleiten.

Welche sind für Sie persönlich die pro und contra einer Promotion?

Ein großer Vorteil neben der Erlangung des Titels ist für mich die eigenverantwortliche Durchführung eines eigenen Forschungsprojekts und die Möglichkeit, mich einem Thema so intensiv und langfristig widmen zu können.

Einen direkten Nachteil sehe ich nicht. Für mich war es eine tolle und intensive Zeit, allerdings auch eine Zeit mit wenig Freizeit.

Wie viel Arbeit steckte in Ihrer Promotion – wie hoch war Ihr durchschnittlicher, täglicher Aufwand?

Das lässt sich schwer beantworten, weil das sehr abhängig von der Forschungsphase war. In der Zeit der Datentranskription und -analyse habe ich täglich mehrere Stunden in die Promotion investiert. Einen Großteil der Schreibarbeit habe ich innerhalb eines Monats vorgenommen, in dem ich mir dafür Urlaub genommen habe, um mich mal länger am Stück auf die Promotion konzentrieren zu können.

Welche Erfahrungen im Zuge der Promotion stechen für Sie besonders heraus?

Ich erinnere mich, wie aufgeregt ich war, als ich mein Projekt erstmals im Forschungskolloquium präsentierte und wie viel Souveränität ich seitdem dazugewonnen habe. Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass man sich in viele unbekannte Bereiche sehr gut einarbeiten kann. Für mich waren zum Beispiel die Arbeit mit Kopfkameras, die Synchronisation von Videoperspektiven und die Videoanalyse zu Beginn des Forschungsprojekts noch neu. Zum Ende des Projekts konnte ich anderen Forschenden Hilfestellung in dem Bereich anbieten.

Welchen Weg möchten Sie nach Ihrer Promotion einschlagen?

Ich möchte gerne die akademische Laufbahn weiterverfolgen und strebe eine FH-Professur an.

Neben der Tätigkeit an der Hochschule bin ich freiberuflich selbst als Beraterin, Coach und Referentin tätig. Diesen Weg möchte ich auch weiterverfolgen, um in meiner Lehre einen Praxisbezug herstellen zu können und aktuelle Entwicklungen mit zu verfolgen.

Wir danken Frau Dr. Best herzlich für den Einblick, den Sie uns ermöglicht hat und wünschen weiterhin viel Erfolg und vor allem Gesundheit für die Zukunft!

© Dr. agr. Daniel Werner

© Dr. agr. Daniel Werner

Dr. Daniel Werner | Fachhochschule Bielefeld

Bedarfsorientierte Beleuchtung für Mensch und Rind in der landwirtschaftlichen Milchviehhaltung.

Herr Dr. agr. Daniel Werner promovierte im Dezember 2019 kooperativ an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg an der naturwissenschaftlichen Fakultät für Agrar- und Ernährungswissenschaften, Geowissenschaften und Informatik.

Herr Dr. Werner, was war Ihre Motivation, mit der Promotion zu beginnen?

Licht ist etwas faszinierendes, denn Licht wird zum Sehen sowie zur Steuerung der „inneren Uhr“ benötigt. Die Gesundheit, das Wohlbefinden sowie die Leistungsfähigkeit werden maßgeblich durch Licht beeinflusst. Weiterhin fördert Licht die Aktivität, ermöglicht eine bessere Tierbeobachtung und -kontrolle und steigert die Tiergesundheit. Ergebnisse aus durchgeführten Forschungsprojekten sowie die Erfahrungen aus der industriellen Beleuchtungsplanung zeigten jedoch deutlich, dass viele vorhandene Beleuchtungsplanungen unvollständig oder auch fehlerhaft sind. Bedarfsorientierte Konzepte, die die Bedürfnisse und Anforderungen von Mensch und Rind, wie z. B. durch Beleuchtung mit einem mensch- und tiergerechten Lichtspektrums, erfüllen und zur Steigerung von Wohlbefinden und Gesundheit eingehen, sind nicht bekannt.

Durch Gespräche mit Landwirten sowie Mitarbeitern der landwirtschaftlichen Versuchs- und Bildungsanstalten der nationalen Landwirtschaftskammern und durch zahlreiche Begehungen auf landwirtschaftlichen Milchviehbetrieben ist mir früh aufgefallen, dass eine gute Stallbeleuchtung auch im Bereich der Milchviehhaltung nur in den seltensten Fällen vorzufinden ist. Vor dem aktuell an Bedeutung zunehmenden Effekt des positiven Umdenkens hin zu Tierkomfort, -gerechtheit und -gesundheit sowie den Möglichkeiten der energieeffizienten LED-Technologie entstand somit die Idee zur Erforschung des Aspekts einer artgerechten Beleuchtung.

Die größte Motivation und Herausforderung der Arbeit bestand aber vor allem in der Interdisziplinarität, die notwendig war, um die Daten- und Informationslage zu validieren und um diese auf dem Forschungsgebiet weiterzuentwickeln. Ansätze und Methoden wurden primär aus den verschiedenen Fachrichtungen der Ingenieur- und der Biowissenschaften sowie der Ethologie verwendet. Besonders die Einbeziehung der Tiere, deren Akzeptanz anhand ethologischer Studien erfasst werden musste, sowie die Zielgruppe Landwirt, bei der Kenntnisse in Licht- und Beleuchtungstechnik aufgrund der Komplexität des Alltags nur untergeordnet bzw. rudimentär betrachtet werden können, stellten große Herausforderungen dar und motivierten zusätzlich.

Wie lautet der Titel Ihrer Promotion?

Bedarfsorientierte Beleuchtung für Mensch und Rind in der landwirtschaftlichen Milchviehhaltung

Zu welchem Ergebnis sind Sie gekommen?

Ziel dieser Untersuchung war die Entwicklung, Umsetzung und Validierung einer bedarfsorientierten Beleuchtung für Mensch und Rind in der landwirtschaftlichen Milchviehhaltung. Da Licht zum Sehen benötigt wird, physiologische Vorgänge steuert und maßgeblich Gesundheit und Wohlbefinden beeinflusst, wurde im ersten Schritt eine bedarfsorientierte LED-Leuchte entwickelt und in der lichttechnischen Laborumgebung verifiziert. Basierend auf der entwickelten Demonstrationsleuchte wurde ein Beleuchtungskonzept für einen Liegeboxenlaufstall konzipiert und im Anschluss praktisch umgesetzt und validiert. Die Validierung erfolgte mittels einer neuen Mess- und Bewertungsstrategie, einer Mitarbeiterbefragung sowie einer Verhaltensbeobachtung bei ausgewählten Fokustieren. Die messtechnischen Ergebnisse zeigen, dass die Beleuchtungssituation in der Stallumgebung deutlich verbessert wurde. Dies wurde durch die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung in Bezug auf das Wohlbefinden sowie den Arbeitskomfort und die -sicherheit des Menschen bestätigt. Die Verhaltensbeobachtungen zeigen, dass die Häufigkeit des Komfort- und Sozialverhalten mit dem neuen Beleuchtungskonzept gesteigert wurde.

Die kooperative Promotion wurde von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg betreut – was waren die ersten Schritte in der Kontaktaufnahme und wie kann man sich die Zusammenarbeit in der Ausgestaltung/Umsetzung vorstellen?

Mit der ersten Idee zur Promotion stand schnell fest, dass sich der komplexen Thematik der Lichtwahrnehmung und -wirkung nur interdisziplinär genähert werden kann. Als ingenieurwissenschaftlicher Mitarbeiter der Professorin Eva Schwenzfeier-Hellkamp (Institut für Technische Energie-Systeme) wurde sehr schnell der Kontakt zu den auf dem Gebiet der Ethologie führenden Professoren Eberhard von Borell und Klaus Reiter gesucht.

Professor Eberhard von Borell ist mit der Professur für Tierhaltung und Nutztierökologie im Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg tätig und übernahm die Betreuung der tierspezifischen Aspekte gemeinsam mit Professor Klaus Reiter von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (Institut für Landtechnik und Tierhaltung).

In der Umsetzung wurde sich vor allem telefonisch oder per E-Mail abgestimmt. Aber auch persönliche Treffen fanden im Rahmen von regelmäßigen Projektpartnertreffen statt. Zusätzlich konnten gemeinsam besuchte Kongresse und Fachtagungen, wie bspw. der internationalen Ethologiefachtagung in Freiburg, für Abstimmungen genutzt werden.

Was raten Sie jungen Absolvent*innen, die sich für eine Promotion interessieren?

Das wichtigste ist ein Thema zu finden, dass einen selbst motiviert und über einen langen Zeitraum hinweg begeistert, sodass man hierfür „brennt“.

Wir danken Herrn Dr. Werner für das Interview und den Einblick in die Promotion und wünschen alles Beste für die Zukunft!
Die Promotion ist hier abrufbar.

© Dr. rer. nat. Sissy-Christin Lorenz

© Dr. rer. nat. Sissy-Christin Lorenz

Dr. Sissy Lorenz | Fachhochschule Bielefeld

Development of a biological tick control agent based on an innovative attract – and – kill strategy

Frau Dr. rer. nat. Sissy-Christin Lorenz promovierte 2019 kooperativ an der Universität Bielefeld und am Fachbereich für Ingenieurwissenschaft und Mathematik der Fachhochschule Bielefeld. Gefördert wurde die Promotion unter anderem durch das BMWi.

Frau Lorenz, was war Ihre Motivation, mit der Promotion zu beginnen?

Als Biotechnologe ist der Weg nicht abwegig, eine Promotion an das Studium anzuschließen. Ich hatte es nie ausgeschlossen, sondern immer als mögliche Option im Hinterkopf. Zum Ende meines Studiums ergab sich im Gespräch dann die Möglichkeit, zu einem interessanten Thema an der FH Bielefeld zu promovieren (kooperativ mit der Uni Bielefeld). Es war bei mir demnach durch das interessante Thema begründet.

Wie lautet der (Arbeits-)Titel Ihrer Promotion?

Development of a biological tick control agent based on an innovative attract – and – kill strategy (Entwicklung eines biologischen Zeckenbekämpfungsmittels auf Basis einer innovativen Attract – and – Kill Strategie).

Was war das Ziel ihres Forschungsprojekts? 

Ein biologisches Zeckenbekämpfungsmittel zu entwickeln. Am besten schauen Sie sich dazu dieses 3-minütige Video von meinem FameLab Auftritt 2016 an, das erklärt es am besten: https://www.youtube.com/watch?v=VoBgw852ikA.

Zu welchem Ergebnis sind Sie gekommen?

Die einzelnen Systeme (Anlocken und Töten) sind im Labormaßstab absolut realisierbar. Eine Kombination aus beiden Systemen in einer Kapsel ist aktuell noch nicht umsetzbar. Freilandversuche stehen noch aus, ich sehe aber absolut Potential, dass das Produkt Marktreife erlangt!

Wie haben Sie sich während der Promotion finanziert?

Durch eine Anstellung an er Fachhochschule. Das Thema wurde durch das BMWi finanziert und beinhaltete eine 50% Stelle für die Umsetzung des Projektes.

© Prof. Dr. Thomas Kopinski

Prof. Dr. Thomas Kopinski | Hochschule Ruhr West

Neural Learning Methods for Human-Machine Interaction

Prof. Dr. Thomas Kopinksi promovierte von November 2012 bis Februar 2016 kooperativ am Autonomous Systems and Robotic Lab der Université Paris-Saclay und am Institut für Informatik der Hochschule Ruhr West. Das Projekt wurde innerhalb des ZIM-Programms vom BMWi gefördert.

Herr Kopinski, worum geht es in Ihrer Arbeit?

Es geht um Analyse und Optimierung künstlicher neuronaler Netze zur Optimierung von Handgestenerkennungssystemen.

Was war Ihre Motivation mit der Promotion zu beginnen?

Ich hatte immer vor, noch in die Forschung zu gehen und die Möglichkeit, eine bilaterale Forschungsaufgabe im Rahmen eines anwendungsnahen Projektes umzusetzen war die ideale Form, dieses zu tun. Hier konnte ich meinen bisherigen Werdegang und meine Interessen sinnvoll um ein weiteres Kapitel ergänzen.

Was war das Ziel ihres Forschungsprojekts? 

Das Ziel war es, mittels Machine Learning Algorithmen ein anwendungstaugliches System zu schaffen, welches Handgesten aus Time-of-Flight Daten erkennbar macht. Hierbei kamen neuartige Deep Learning Ansätze zu tragen, welche es erlaubten, Informationen aus bereits trainierten Netzen zu extrahieren und somit die Klassifikationsgüte zu verbessern.

Was sind für Sie persönlich Pro und Contra einer Promotion?

Pro: selbständiges, diszipliniertes Arbeiten, interdisziplinäre Themen, viel Freiheit, uvm.

Wie geht es nun weiter, wo sehen Sie ihre berufliche Zukunft?

Seit 2017 bin ich als Professor für Ingenieurinformatik an der Fachochschule Südwestfalen tätig und bin damit bereits da, wo ich hinwollte :)

Was raten Sie jungen Absolventen, die sich für eine Promotion interessieren?

Jeder, der an einer Promotion interessiert ist, sollte sich ein Thema aussuchen, für das er/sie brennt und mit dem er/sie sich indentifizieren kann.

© Dr. Christiane Grünloh

© Dr. Christiane Grünloh

Dr. Christiane Grünloh | TH Köln

Harmful or Empowering? Stakeholders’ Expectations and Experiences of Patient Accessible Electronic Health Records

Dr. Christiane Grünloh promovierte kooperativ am KTH Royal Institute of Technology in Stockholm, Schweden. Die Medieninformatikern begann dort im Februar 2012 mit der Arbeit und schloss im November 2018 mit der Verteidigung ihrer Promotion ab.

Frau Grünloh, erklären Sie uns bitte, worum es sich in Ihrer Arbeit handelt?

Es geht um einen eHealth Dienst, der es Patienten in Schweden ermöglicht, über das Internet auf ihre elektronische Gesundheitsakte zuzugreifen. Dies wurde von Ärzten und den sie vertretenden Ärzteverbänden sehr kritisch gesehen. In meiner Dissertation habe ich mittels Interviews mit Ärzten und einer Umfrage mit Patienten die Erwartungen und Erfahrungen mit dem Dienst untersucht.

Was war Ihre Motivation, mit der Promotion zu beginnen?

Einerseits war ich des Lernens noch nicht müde und fasziniert von komplexen Anwendungsgebieten der Mensch-Computer Interaktion, in denen es keine einfachen Antworten gibt. Da ich auf dem zweiten Bildungsweg zum Studium kam und hierfür bereits meinen damaligen Job als Arzthelferin aufgegeben habe, war mir zudem klar, dass es hinsichtlich Promotion für mich hieß „Jetzt oder nie!“ Ich konnte mir nicht vorstellen, nach dem Master zunächst in die Industrie zu gehen und dann irgendwann mal eine Promotion zu beginnen.

Was war das Ziel ihres Forschungsprojekts?

Ich wollte besser verstehen, warum es in Schweden von Seiten des medizinischen Fachpersonals so viel Kritik gab, Patienten einen direkten Zugang zu ihrer elektronischen Gesundheitsakte zu geben. Die Kritik schien sich nicht auf Fragen der Datensicherheit zu beziehen, sondern man befürchtete, dass sich durch den Dienst die Arbeitsbelastung im Gesundheitswesen erhöhen würde und befürchtete, dass es schädlich für Patienten sei, ihre Akte direkt lesen zu können. Diese wiederum schienen den direkten Zugang zu begrüßen.

Was sind für Sie persönlich Pro und Contra einer Promotion?

Ich habe während der Promotion sehr viel gelernt und mich fachlich, methodisch und menschlich weiter entwickelt. Zum Beispiel, kollaboratives Arbeiten in internationalen Teams, wissenschaftliches Schreiben von Fachartikeln und dessen Koordination mit verschiedenen Co-Autoren; Anwendung und Entwicklung von wissenschaftlichen Methoden; Kommunikation und Diskurs von Ergebnissen, um nur ein paar zu nennen. Die Promotion hat mir ermöglicht, sehr tief in einen Forschungsbereich einzusteigen, für den ich mich leidenschaftlich interessiere und dabei habe ich viele internationale Forscherinnen und Forscher kennen gelernt.

Wer sich für eine Promotion entscheidet, sollte sich allerdings bewusst sein, dass dies gerade zu Beginn zäh und zum Teil frustrierend sein kann. Gerade zu Beginn ist die Forschungsfrage noch unklar und man hat ggf. noch kein Netzwerk. Man braucht Durchhaltevermögen und gerade vor Deadlines gehört es leider nun mal dazu, dass man in seiner Freizeit und am Wochenende arbeiten muss. Dies gilt insbesondere dann, wenn man neben dem Job promoviert.

Wie sah eine normale Woche aus – wie viele Stunden haben Sie für die Promotion gearbeitet?

Ich hatte eine 3/4 Stelle an der TH Köln und war hier als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Medieninformatik tätig (d.h., Betreuung von Studierenden in der Lehre), sowie  als Studiengangskoordinatorin für Web Science.

Wie viel ich netto für die Promotion gearbeitet habe, kann ich unmöglich in Zahlen ausdrücken.  Im normalen Vorlesungsbetrieb während des Semesters oder nach großen Meilensteinen trat die Doktorarbeit eher in den Hintergrund. Dann gab es wiederum Zeiten, wo ich sehr intensiv an der Promotion arbeiten konnte. Zum Beispiel während der vorlesungsfreien Zeit, wenn ich selbst keine studentischen Projekte betreut habe. Gerade vor Abgabefristen habe ich dann auch häufiger Tag und Nacht, sowie am Wochenende gearbeitet.

Wie ging es für Sie nach der Promotion weiter – Wirtschaft oder Wissenschaft?

Momentan befinde ich mich in einer beruflichen Auszeit und werde für die nächsten Monate zusammen mit meinem Mann ein wenig reisen. Nach über 6.5 Jahren Doppelbelastung durch Beruf und Promotion, war der Abschluss meiner Promotion der perfekte Zeitpunkt, eine Auszeit zu nehmen. Ich würde gerne weiterhin forschend tätig sein, was mit „User Research“ im Bereich Mensch-Computer Interaktion sowohl in der Wirtschaft als auch im akademischen Bereich möglich ist. Ich kann mir grundsätzlich beides vorstellen und lasse es auf mich zukommen.

Welche Erfahrung während Ihrer Promotion sticht heraus?

Die tolle Zusammenarbeit mit den großartigen Forscherinnen und Forschern des DOME Konsortiums und der HTO Forschungsgruppe in Schweden, sowie die Kontakte, die ich auf internationalen Konferenzen knüpfen konnte. Da ich ja in Deutschland gearbeitet, aber in Schweden promoviert habe, habe ich den fachlichen Austausch während der Konferenzen und durch die online Kollaboration mit anderen Forscherinnen und Forschern sehr genossen.

© Dr. Julia Sachs

© Dr. Julia Sachs

Dr. Julia Sachs | TH Köln

Pharmakologische Charakterisierung neuer Wirkstoffkandidaten zur Behandlung multiresistenter Tumore

Dr. Julia Sachs promovierte kooperativ am Institut für Biochemie der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf und der Arbeitsgruppe Bio-Pharmazeutische Chemie der Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften der TH Köln. Das Projekt wurde vom BMWi finanziert.

Frau Sachs, was ist das Spannende an Ihrem Forschungsthema?

Auch wenn es für die Patienten eine schlechte Prognose bedeutet, ist es für mich sehr spannend, welche verschiedenen Wege und Mechanismen Krebszellen sozusagen finden und entwickeln, um die Medikamente unwirksam zu machen und der Therapie zu entkommen. Es ist sehr interessant, welche Fülle an Substanzen die Natur für uns bereithält und in dieser Vielfalt mögliche Wirkstoffe zu suchen und im Idealfall auch zu finden. Besonders gefällt mir auch, dass mein Projekt Teil eines interdisziplinären Forschungsteams ist, bestehend aus drei Hochschulgruppen und einer Firma. 

Welche Ziele verfolgt Ihr Forschungsprojekt?

Gemeinsam versuchen wir, neue Wirkstoffkandidaten zu finden und somit möglicherweise einen Schritt in Richtung Entwicklung neuer Therapiemöglichkeiten zu gehen und Krebs wirksamer bekämpfen zu können. Meine Aufgabe ist hierbei die biologische Testung der Naturstoffe in Tumorzellen. 

Welche Erfahrung während Ihrer Promotion sticht heraus? 

Eine ganz besondere Erfahrung während meiner Promotion war die Teilnahme an der internationalen Gordon Research Conference “Multi-Drug Efflux Systems” im März 2017 in Texas. Hier wurde ich ausgewählt, meine Arbeit in Form einer Präsentation vor Fachpublikum vorzustellen und zu diskutieren. Außerdem hatte ich die Möglichkeit neue Kontakte zu knüpfen und Kooperationen aufzubauen.

Wie geht es jetzt für Sie nach der Promotion weiter – Wirtschaft oder Wissenschaft?

Auf lange Sicht sehe ich mich eher in der Wirtschaft. Ich kann mir aber gut vorstellen, nach der Promotion zunächst noch für einen Postdoc an einer Hochschule zu bleiben. 

Welche Ratschläge geben Sie künftigen Promovierenden mit auf den Weg?

Finde ein Thema, das dich begeistert, dann ist es leichter mit Rückschlägen umzugehen und motiviert zu bleiben, wenn es (mal wieder) nicht so läuft wie geplant.

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