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Prof. Dr. Hartmut Ihne im Gespräch zu 50 Jahre HAW

Prof. Dr. Hartmut Ihne, Präsident der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Prof. Dr. Ihne © C. Belzer

Im Rahmen der Kampagne “unglaublich wichtig in NRW – 50 Jahre HAW” befragen wir die Beiratsmitglieder des Hochschulnetzwerks NRW. Hier spricht Prof. Dr. Hartmut Ihne, Präsident der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg darüber, welchen Beitrag HAW für die Entwicklung einer nachhaltigen Wirtschaft und Gesellschaft leisten.

Inwieweit befassen sich die HAW mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ und wie relevant ist das Thema für einzelne Bereiche?
Das Thema „Nachhaltigkeit“ betrifft alle Bereiche einer Hochschule. HAW befassen sich in Lehre, Forschung, Transfer, Administration und Campusleben mit Nachhaltigkeit. So gibt es bereits heute vielfältige Lehrformate im Rahmen des Studiums. In vielen Studiengängen sind Nachhaltigkeitsmodule integriert. Es gibt auch komplett nachhaltigkeitsorientierte Studiengänge wie Nachhaltige Ingenieurwissenschaft oder Nachhaltige Sozialpolitik. Im Forschungsbereich finden sich zahlreiche innovative Institute und spannende Projekte, die sich mit Nachhaltigkeitsfragen beschäftigen. Viele Hochschulen haben zudem nachhaltige Strategien auch im eigenen Umgang mit Ressourcen verwirklicht und CO2 reduzierende Maßnahmen für ihre Gebäude oder bei der Beschaffung von Gebrauchs- und Verbrauchsmaterialien berücksichtigt. Zudem tragen die HAW durch geeignete Kommunikation solche Aktivitäten auch in die breitere Öffentlichkeit. Die Maßnahmen zeigen, dass das Thema in allen Bereichen der HAW von besonders hoher Relevanz ist. Ich gehe davon aus, dass „Nachhaltigkeit“ in den Hochschulstrategien, etwa in Hochschulentwicklungsplänen, eine immer größere Rolle spielen wird.

Wie können HAW die Entwicklung einer nachhaltigen Wirtschaft und Gesellschaft unterstützen?
Unter anderem dadurch, dass wir Nachhaltigkeitsthemen konsequent in Lehre, Forschung und Transfer integrieren. Die HAW verfügen in dem weiten Feld der Nachhaltigkeitsthemen über vielfältige Erfahrungen und hervorragende fachliche Kompetenzen. Von den Ergebnissen ihrer praxisnahen und relevanten Forschungsaktivitäten profitiert nicht nur die Lehre, sondern auch Wirtschaft und Gesellschaft. HAW sind regional verwurzelt und mit verschiedensten Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Politik gut vernetzt. Durch zahlreiche Kooperationen wird ein direkter und zeitnaher Transfer von Wissen ermöglicht, der zur Lösung von Praxisproblemen führen kann. Auf diese Weise werden in vielerlei Hinsicht auch nachhaltige Entwicklungen angestoßen. Natürlich ist die frühe Einbindung von Studierenden ein wichtiger Faktor, da sie als spätere Fach- und Führungskräfte die Fähigkeit, mit Nachhaltigkeitsfragen kreativ, innovativ und lösungsorientiert umzugehen, aus der Hochschule mit in die Praxis nehmen. Wir sensibilisieren damit junge Menschen im Studium für ein nachhaltiges Denken und Handeln. Aber auch in der wissenschaftlichen, kooperativen und vertrauensvollen Begleitung des regionalen Mittelstands bei der Bewältigung der Herausforderungen seiner Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit in einer sich dramatisch verändernden Welt erkennen die HAW eine wichtige Aufgabe. Von großer Bedeutung wird auch sein, digitalen Technologien ein viel stärkeres Augenmerk bei der Lösung von Umweltproblemen – ihren Ursachen und Folgen – zu geben. Wir müssen deshalb eine nachhaltigkeitsorientierte Informatik stärken.

Sie waren im Vorstand der Landesrektor_innenkonferenz, dem Gremium, das die HAW in NRW leitet. Welchen Stellenwert nimmt dort das Thema „Nachhaltigkeit“ in der strategischen Ausrichtung der HAW ein?
Der Stellenwert ist hoch. Im vergangenen Herbst wurde ein Positionspapier der LRK zur Nachhaltigkeit verabschiedet. Es bildet eine wichtige Grundlage für die Strategieprozesse an den einzelnen Hochschulen sowie für gemeinsame Aktivitäten. Es unterstreicht das ethische Selbstverständnis der HAW im Nachhaltigkeitsgeschehen und formuliert Leitlinien, Zielsetzungen und Schwerpunktbereiche. In Zukunft wollen die HAW ihre nachhaltigkeitsbezogenen Aktivitäten weiter verstärken – insbesondere auch durch Bündelung von Kompetenzen, beispielsweise in Themenclustern. Auch die Entwicklung von neuen, gemeinsamen Formaten, wie einem NRW-weiten Forum für anwendungsorientierte Nachhaltigkeitsforschung, spielen eine wichtige Rolle. Die Sichtbarkeit wird durch eine intensivere Wissenschaftskommunikation weiter ausgebaut. Wichtig ist, dass wir die aktuelle öffentliche Diskussion zur Nachhaltigkeitsproblematik wissenschaftlich fundiert mitgestalten. Wir wollen dazu beitragen, dass die Hochschulen gute Partner von Gesellschaft, Wirtschaft und Politik auf dem Weg in eine nachhaltige, menschenwürdige und auf Dauer tragfähige Zukunft sind.

Videostatement von Prof. Dr. Hartmut Ihne (YouTube-Channel 50 Jahre HAWs in NRW – unglaublich wichtig)

Wir danken Prof. Dr. Hartmut Ihne für das Interview.

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2021-09-08T10:22:35+02:0008.09.2021|Kategorien: HN NRW, Nachhaltigkeit|Tags: |

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