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So steht es um die XR-Branche in Deutschland

Studie des Schmalenbach Instituts zu Virtual, Mixed und Augmented Reality

© Pixabay / Riki32

Köln, den 06. Oktober 2022. Wie sieht es mit der Entwicklung und den Potenzialen von Virtual, Mixed und Augmented Reality in Deutschland aus? Und welche Rolle spielt dabei das Metaverse? Mit diesen Fragen hat sich ein Team des Schmalenbach Instituts für Wirtschaftswissenschaften und des Instituts für Informationswissenschaften im Auftrag des Mediennetzwerk.NRW beschäftigt und bundesweit die so genannte XR-Branche untersucht.

Unternehmen, die Anwendungen und Systeme in den Bereichen Virtual, Mixed und Augmented Reality entwickeln, werden als XR-Branche zusammengefasst. Bei Virtual Reality (VR) bewegen sich die Nutzerinnen und Nutzer zum Beispiel mit Hilfe einer VR-Brille vollständig im virtuellen Raum. Bei Mixed Reality (MR) werden reale und virtuelle Welt vermischt und sollen verschwimmen. Die Augmented Reality (AR) reichert die reale Umgebung beispielsweise über mobile Endgeräte mit virtuellen Elementen an.

Im Rahmen der Studie „Extended/Cross Reality (XR) in Deutschland 2022“ haben sich Prof. Dr. Christian Zabel und Daniel O’Brien vom Schmalenbach Institut für Wirtschaftswissenschaften sowie Prof. Dr. Gernot Heisenberg vom Institut für Informationswissenschaft mit den Strukturen, Potenzialen und Bedarfen der Branche auseinandergesetzt. Ein besonderer Fokus lag auf der Relevanz des Trendthemas Metaverse.

ür das Jahr 2022 haben wir insgesamt 1.613 Unternehmen, die in Deutschland im XR-Bereich tätig sind, ermittelt. Davon haben 130 Akteurinnen und Akteure an unserer Online-Umfrage teilgenommen. Deren Angaben gingen gewichtet in die Auswertung ein, so dass sie hinsichtlich regionaler Verteilung, Unternehmensalter und -größe repräsentativ sind“, erklärt Zabel.

XR-Branche wächst trotz Corona – NRW stärkster Standort

Zwischen 2015 und 2021 wurden durchschnittlich 98 Firmen pro Jahr im XR-Bereich gegründet. In den vergangenen 18 Monaten sind insgesamt 260 neue Unternehmen hinzugekommen; das entspricht einem Wachstum von 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Demgegenüber sind aktuell kaum Geschäftsaufgaben zu beobachten: Es werden durchschnittlich viermal mehr XR-Unternehmen pro Jahr gegründet, als aus dem Markt scheiden – und das trotz Coronakrise“, so Zabel. Die Firmen seien dabei eher mittelständisch geprägt: 65,6 Prozent hätten zehn oder weniger Mitarbeitende, etwa 30 Prozent beschäftigten 11 bis 50 Personen.

Auch mit Blick auf den Branchenumsatz stehen die Zeichen auf Wachstum, wie die aktuellsten Zahlen zeigen: Deutsche XR-Unternehmen konnten 2021 geschätzt zwischen 490 und 550 Millionen Euro erwirtschaften, 2020 waren es noch etwa 380 bis 420 Millionen Euro – das entspricht einem Zuwachs von rund 30 Prozent. „Diese Entwicklung wirkt sich auch positiv auf die brancheninterne Beschäftigung aus. Die Unternehmen beschäftigten 2021 geschätzt 57.200 Personen. Werden nur die mit XR befassten Mitarbeitenden betrachtet, so sind schätzungsweise zwischen 12.200 und 12.900 Personen in diesem Bereich tätig. Zum Vergleich: 2020 waren es etwa 10.000“, erläutert Zabel.

Mit einem geschätzten Umsatz zwischen 104 und 117 Millionen Euro, einer Beschäftigungszahl zwischen 2.600 und 2750 Mitarbeitenden und 428 Haupt- und Nebenstandorten ist Nordrhein-Westfalen der größte XR-Standort in Deutschland, wie im Rahmen der Studie ermittelt wurde. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Bayern und Berlin.

Aktuelle Krisen als Dämpfer für Kleinstunternehmen – Metaverse als Perspektive

Trotz dieser positiven Entwicklungen hat sich der Geschäftsklimaindex gegenüber 2021 um 1,2 Punkte verschlechtert und liegt nun bei 68,4 von 100 möglichen Punkten, wie Zabel erklärt. „2022 scheint die schlimmste Phase der Coronakrise zwar überstanden, allerdings wirken sich die aktuellen konjunkturellen und geopolitischen Krisen negativ auf das Geschäftsklima aus. So wird beispielsweise der derzeitige Auftragsbestand insbesondere von Kleinstunternehmen mit bis zu fünf Mitarbeitenden als zu gering angesehen. Größere Unternehmen schätzen ihre Möglichkeiten dagegen positiver ein.“

Perspektivisch halten die Unternehmen der deutschen XR-Branche das Metaverse für sehr bedeutend für ihr zukünftiges Geschäft. Mit Metaverse oder Metaversum ist ein digitaler Raum gemeint, der durch das Zusammenwirken von virtueller, erweiterter und physischer Realität entsteht. In diesem sollen die verschiedenen Handlungsräume des Internets in einer Wirklichkeit zusammengefasst werden. „Die größten Potenziale des Metaverse werden im B2C-Markt gesehen, das heißt in Produkten, die direkt an Endverbraucherinnen und Endverbraucher gehen. Nur 19 Prozent glauben, dass das Metaverse primär im Businessbereich die größten wirtschaftlichen Potenziale entfalten wird“, so Zabel. Hürden sehen die Firmen insbesondere in der begrenzten Kenntnis der Anwendenden, der unklaren Begriffsbezeichnung und der Sorge, dass das Metaverse aus einer Vielzahl isolierter Einzelwelten bestehen könnte.

Origialmeldung:
https://www.th-koeln.de/hochschule/so-steht-es-um-die-xr-branche-in-deutschland_97926.php

Ansprechpartnerin:
TH Köln
Sybille Fuhrmann
Leiterin Hochschulkommunikation
0221 8275 3051
sybille.fuhrmann@th-koeln.de

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2022-10-06T12:56:15+02:0007.10.2022|Kategorien: Digitalisierung, Künstliche Intelligenz|Tags: |

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