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HSPV NRW forscht mit Université de Strasbourg an Fragen des sozialen, politischen und rechtlichen Zusammenhalts.

(Bild: pexels | Thiago Matos).

© pexels | Thiago Matos

Bielefeld, 28. Mai 2021. Ein aktuelles Gesetzesvorhaben der französischen Regierung nimmt insbesondere den „religiösen Separatismus“ ins Visier und hat allein mit dieser Formulierung einigen Staub aufgewirbelt. Separatismus ist ein rechtlich und politikwissenschaftlich auf den ersten Blick recht eindeutig besetzter Begriff, der sich zumeist deutlich auf die Abtrennungsbemühungen aus politischen Territo-rien bezieht.

Was nun ein religiöser Separatismus sein könnte und was hinter diesem Begriff steckt, das wollte Vincente Fortier, Leiterin des Forschungsbereichs „Droit, religion, entreprise et société“ an der Université de Strasbourg im französischen Elsass herausfinden. Mit finanzieller Hilfe der „Maison interuniversitaire des sciences de l‘homme d‘Alsace“ (MISHA) hat sie eine internationale und interdisziplinäre Arbeitsgruppe zusammengestellt, die sich dem Thema ausführlich und aus verschiedenen Blickwinkeln widmet. Das Projekt trägt den Titel „Séparatisme(s) réligieux. Laicité et les valeurs de la république“ („Religiöser Separatismus. Laizismus und die Werte der Republik“).

Beteiligung der HSPV NRW

Die HSPV NRW wird in dem Projekt durch Prof. Dr. Jonas Grutzpalk (Studienort Bielefeld) vertreten. Am 14. und 15. April 2021 fand das erste Online-Seminar dieses Forschungsverbundes statt. Es stand unter dem Titel „Le lexique pluridisciplinaire des séparatismes“ und beleuchtete den Begriff des (religiösen) Separatismus, sowohl im Zusammenhang mit verschiedenen Rechtstraditionen (unter anderem Frankreich, Deutschland, Türkei und Kanada) als auch im Kontext der allgemeinen Rechtstheorie sowie hinsichtlich verschiedener historischer und politischer Problemlagen (Marranen in Spanien, Kurden in der Türkei, Reichsbürger in Deutschland).

Facetten über Facetten

Die Debatten verdeutlichten, dass der Begriff des Separatismus bei genauerer Betrachtung eine große Bandbreite an Bedeutungen abdeckt, die erst einmal soziologisch, philosophisch, rechtlich und historisch beschrieben werden müssen. Es zeigte sich darüber hinaus, wie Vincente Fortier ironisch feststellte, dass man bei der rechtlichen Beschäftigung mit dem Begriff des Separatismus gerne jegliche religiöse Konnotation „vor die Tür stellen würde“, sie aber immer wieder „durch das Fenster in die Debatte hinzusteige“. Im Oktober 2021 tagt die Forschungsgruppe erneut. Diesmal wird es um das rechtliche und politische Verhältnis von Staat und Religion gehen – auch hier wird sich der interdisziplinäre und internationale Ansatz sicherlich auszahl

Originalmeldung:
Link (PDF)

Ansprechpartnerin:
Hochschule für Polizei und Verwaltung NRW
Andrea Bauer
Dezernat 14.2 – Forschung
+49 (0)209 1659 – 1243
Andrea.Bauer@hspv.nrw.de

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2021-05-28T15:17:37+02:0028.05.2021|Kategorien: Gesellschaft|Tags: |

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