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UrbaneProduktion.Ruhr feierte Projektabschluss.

© Projekt UrbaneProduktion.Ruhr

Gelsenkirchen, 11. Februar 2022. „Produktion zurück in die Stadt!“ – die Idee funktioniert, wenn auch noch nicht alle Fragen und Probleme geklärt sind. Nach fünf Jahren BMBF-Förderung endete das Forschungsprojekt UrbaneProduktion.Ruhr mit einer ungewöhnlichen Abschlussveranstaltung: Das Institut Arbeit und Technik (IAT/Westfälische Hochschule), die Hochschule Bochum und Die Urbanisten e.V. hatten ein buntes Programm mit Rückblick, Inputs aus der Region und Podiumsdiskussionen zur Nahrungsmittelproduktion, Handwerk & Making und Rahmenbedingungen zur Förderung Urbaner Produktion erstellt. Die Veranstaltung fand am 9. Februar als Hybrid-Format in der St. Joseph-Kirche in Gelsenkirchen-Schalke statt. Da dem Ansatz von Reallaboren folgend nicht nur Grundlagenforschung betrieben wurde, sondern auch anwendungsbezogen geforscht wurde, fand der Projektabschluss nicht als klassische wissenschaftliche Veranstaltung statt. Vor allem neue, gerade laufende Projekte aus anderen Städten hatten Gelegenheit zur Präsentation. So stellte Jochen Fricke, stellvertretender Geschäftsführer der Essener Wirtschaftsförderung, die Entstehungsgeschichte des Triple Z – ZukunftsZentrumZollverein – in Essen vor. Uta Schneider, die Geschäftsführerin der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft, ging auf das EFRE-geförderte Projekt „Urbane Produktion im Bergischen Städtedreieck“ ein. „Es geht dabei um eine neue Generation von Strukturentwicklung in ökonomischer, gesellschaftlicher und ökologischer Hinsicht“, so Schneider. Dabei werden, ähnlich wie im Projekt UrbaneProduktion.Ruhr, die Ziele Nachhaltigkeit, Schaffung eines guten Nährbodens für Startups, Förderung von regionaler Kreislaufwirtschaft, Umwidmung von Innenstädten, neue und offene Bildungsangebote, Stärkung des sozialen Zusammenhalts sowie Kooperation und Netzwerkarbeit in mehreren Teilprojekten fokussiert.

Zukunftspläne 

„Im Projekt wurde bereits in Kooperation das sogenannte Zirkelmesser aus Industrieabfällen entwickelt. Die Nachfrage ist so hoch, dass sie aktuell nicht mehr gedeckt werden kann.“ Im Rahmen einer Podiumsdiskussion wurden lokale Hersteller von Genussmitteln vernetzt. Im Anschluss wurden bereits Kooperationspotenziale ausgelotet. In einer weiteren Podiumsdiskussion wurde das Projekt fair.be der Westfälischen Hochschule vorgestellt. Helen Kessel und Michael Roch entwickelten ein Fahrzeug, das die Vorteile von Auto und Fahrrad kombiniert – und dennoch Ressourcen schonend ist. Die Teilnehmenden der Podiumsdiskussion aus Handwerk und Makerszene kamen zum Schluss, dass es dafür noch höhere Akzeptanz bei den Planungsämtern und der Bevölkerung braucht, um ein solches Produkt – idealerweise hergestellt in der Region – auf die Straße zu bringen. Die Abschlussdiskussion mit Rouven Beeck, Geschäftsführer der Wirtschaftsentwicklung Bochum, Stadtbaurat Christoph Heidenreich aus Gelsenkirchen, sowie den Vertretenden des Triple Z und des Bergischen Städtedreiecks haben noch einmalmal klar aufgezeigt, dass nicht nur in den Innenstadtlagen Flächen für das produzierende Gewerbe und das Handwerk fehlen. Daher müssten alte kontaminierten Flächen und Reserveflächen aktiviert, in den Gewerbegebieten nachverdichtet und gewerbliche Infrastrukturen gemeinsam genutzt werden, um eine flächensparsame Entwicklung zu realisieren. Ferner müsse vor dem Leitbild der nutzungsgemischten Stadt verhindert werden, dass produzierendes Gewerbe und Handwerk aus den Mischgebieten der Städte verdrängt wird. Das hätte zur Folge, dass manche Betriebe, die ihren Standort (bau- und planungsrechtlich) in der Stadt haben könnten, nun im Gewerbegebiet liegen und eine Verdrängungskaskade einsetzt.  „Noch sind nicht alle Aspekte hinsichtlich der Möglichkeiten geklärt, wie die Integration von Produktion in urbanen Kontext gelingen kann. Wir haben auch noch nicht hinreichend geprüft, welche Wirkung das haben kann“, räumte Mitorganisatorin Kerstin Meyer vom Institut Arbeit und Technik ein. Sie schloss die Veranstaltung mit dem Wunsch, „dass wir die Produktion vor Augen, Nasen und Ohren haben sollten, um die mit unserem Konsum einhergehenden Belastungen auch wahrnehmen zu können.“

Originalmeldung:
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Ansprechpartner:
Westfälische Hochschule
Jenny Wielga
Forschungsschwerpunkt Gesundheitswirtschaft & Lebensqualität
+49 (0)209 1707-163
wielga@iat.eu

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2022-02-14T10:43:20+01:0016.02.2022|Kategorien: Forschung, Produktion & Fertigung|Tags: |

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