HSBI-Studierende entwickeln neue Konzepte zur Klimaschutzkommunikation für Bielefeld

© HSBI | Jannik Henk
Bielefeld, 04. Februar 2026. Wie lässt sich Klimaschutz so kommunizieren, dass mehr Menschen mitmachen, neue Zielgruppen erreicht werden und Engagement langfristig wirkt? Dieser Frage gingen Studierende der HSBI im Wintersemester 2025/26 in Kooperation mit dem Umweltamt der Stadt Bielefeld nach. Zum Abschluss wurden nun niedrigschwellige und umsetzbare Konzepte zur Weiterentwicklung von Projekten des Umweltamtes unter dem Motto „Klimaschutz – einfach machen!“ präsentiert.
Der Bereich Klimaschutz und Nachhaltigkeit des Umweltamtes der Stadt Bielefeld und der Fachbereich Gestaltung der Hochschule Bielefeld (HSBI) haben im Wintersemester 2025/26 ein neues Kooperationsformat erprobt: Im Rahmen des Seminars „Zukunft gestalten“ entwickelten Bachelor- und Masterstudierende gemeinsam mit Lehrenden aus Transformation Design, Sozialwissenschaften, Editorial Design, Kommunikationsdesign und Interaction Design Konzepte, die städtische Projekte sichtbarer machen sollen.
Ziel der Kooperation war es, Kommunikations- und Gestaltungskonzepte zu entwickeln, die Klimaschutz alltagsnah, kreativ und emotional verankern, über klassische Informationskanäle hinausgehen und Menschen zu langfristigem Engagement motivieren. Im Mittelpunkt standen dabei die Fragen: Wie lassen sich neue Zielgruppen erreichen? Welche Sprache, Bilder und Medienformen sprechen sie an? Und wie kann aus einem ersten Impuls dauerhaftes Engagement entstehen?
Gestaltung trifft Klimaschutz
Mit dem Seminar „Zukunft gestalten“ von Prof. Patricia Stolz und Prof. Dirk Fütterer bot der Fachbereich Gestaltung, unterstützt von den Dozenten Joshua Kuckherm (Social Transformation Studies) und Marius Förster (Transformation Design), ein studienrichtungs- und studiengangsübergreifendes Lehrformat an, in dem Studierende an einer konkreten gesellschaftlichen Herausforderung arbeiteten. Gemeinsam mit dem Umweltamt wurden bestehende Projekte der Stadt Bielefeld analysiert, um die entwickelten Konzepte an den lokalen Kontext anzubinden.
„Das Pilotprojekt zeigt sehr deutlich, welche Rolle Hochschulen bei gesellschaftlichen Veränderungen spielen können“, sagt Prof. Dr. Natalie Bartholomäus, Vizepräsidentin für Transfer und gesellschaftliche Wirkung an der HSBI. Sie hatte den Fachbereich Gestaltung und das Umweltamt vernetzt. „Die Studierenden haben ihre gestalterischen und kommunikativen Fähigkeiten eingesetzt, um Klimaschutz in Bielefeld sichtbarer und zugänglicher zu machen, und dabei gemerkt: Gestaltung ist nicht nur eine Frage der Ästhetik, sondern kann tatsächlich etwas bewegen.“
Handabdruck- statt Fußabdruck-Prinzip
Inhaltlich orientieren sich die Konzepte am sogenannten Handabdruck-Prinzip: Während der ökologische Fußabdruck fragt, wie Schaden reduziert werden kann, richtet der Handabdruck den Blick auf den positiven Beitrag, den Menschen und Organisationen leisten können, um Strukturen zu verändern und Wirkung zu entfalten. Der Fokus soll sich damit verschieben von Verzicht zu Gestaltung, von individueller Moral zu kollektiver Wirkung. Die studentischen Projekte wurden dabei so konzipiert, dass sie einfach umsetzbar sind und Klimaschutz greifbar und zugänglich machen, statt abstrakt zu bleiben.
Der Umweltdezernent der Stadt Bielefeld, Martin Adamski, betont den Mehrwert der Zusammenarbeit: „Wir wollen unsere Projekte zu Klimaschutz stärker in die Stadt hineintragen und Menschen ansprechen, die wir bisher kaum erreichen konnten. Dabei ist die Perspektive der jungen Studierenden für uns sehr hilfreich. Die Ergebnisse zeigen, wie Beteiligung, Motivation und Kommunikation in Bielefeld künftig noch besser gelingen können.“
Von Social-Media-Challenge bis Stadtkarte
Bei der Abschlusspräsentation stellten die Studierenden ihre Konzepte vor, dazu zählen unter anderem:
- eine gamifizierte App („BieleQuest“), die junge Menschen per urbaner Schnitzeljagd motiviert, klimafreundliche Orte und Mobilität spielerisch zu entdecken,
- die vierwöchige Social-Media-Challenge „#BielefeldMachtsBesser“ für Eltern und Jugendliche, die klimafreundliches Alltagsverhalten spielerisch vermittelt,
- eine interaktive Karte („Bielefeld gestaltet“), auf der Bürger:innen ihre Ideen für Klimaschutz sichtbar machen können, z.B. Standorte für neue Bäume,
- niedrigschwellige Infografikreihen („Aha, Klima!“), die globale Klimadaten in den lokalen Kontext von Bielefeld übersetzen,
- eine Microsite („Klimaschutz – einfach machen! einfach machen!“), die bestehende Klimaschutzprojekte des Umweltamts bündelt und einen direkten Einstieg ins Mitmachen ermöglicht,
- das Format „Opa David: Einfach machen!“, das alltägliche, oft unbewusste Klimaschutzpraktiken von Menschen aus der Stadt über die sozialen Medien sichtbar machen.
Die Kooperation ist langfristig angelegt und soll in künftigen auf Nachhaltigkeitskommunikation und Transformation Design fokussierten Seminaren fortgeführt werden. Eine Auswahl der Konzepte dieses Jahres soll im Anschluss gemeinsam vertieft und wenn möglich umgesetzt werden.
Originalmeldung:
https://www.hsbi.de/presse/pressemitteilungen/pilotprojekt-von-hsbi-und-umweltamt-zur-klimaschutzkommunikation
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