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„Grüne Infrastruktur in ländlichen Regionen“

Projektergebnisse des Kooperationsprojektes „Grüne Infrastruktur in ländlichen Regionen“ der TH OWL

© Kreis Lippe

Lemgo, 21. Mai 2026.  Die Onlinebefragung „Erholung in Lippe“ wurde im vergangenen Jahr im Rahmen des Vorhabens „Grüne Infrastruktur in ländlichen Regionen“ vorgenommen. Ziel dieses Kooperationsprojekts – wissenschaftliche Begleitforschung unter Leitung der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL) – ist es, Kulturlandschaften zu bewahren und weiterzuentwickeln, Biotope zu schützen und besser zu vernetzen sowie die Erholungsfunktion der Landschaft zu stärken.

In sieben ausgewählten Schwerpunkträumen im Kreis Lippe werden noch bis Ende 2028 modellhaft Maßnahmen umgesetzt. Diese umfassen unter anderem die Entwicklung und Pflege wertvoller Lebensräume, die Förderung und den Schutz gefährdeter Tier- und Pflanzenarten, die Bewahrung und Inwertsetzung historischer Kulturlandschaftselemente und Landnutzungsformen sowie die Förderung der Naherholung, beispielsweise durch die Aufwertung von Wegen sowie die Schaffung von Informationsangeboten und Anziehungspunkten für die Naherholung. Auf diese Weise tragen die Maßnahmen zur Erreichung der Projektziele bei und stärken die Grüne Infrastruktur im Kreis Lippe.

426 Antworten liefern Einblicke in die Schwerpunkträume

Die Onlinebefragung bestand aus zwei Teilen: Zum einen wurden allgemeine Aspekte des Erholungsverhaltens untersucht, zum anderen standen die Beschreibung und Bewertung der sieben Schwerpunkträume aus Sicht der Befragten im Fokus.

Insgesamt konnten die Antworten von 426 Personen in die Auswertung aufgenommen werden, wobei die Anzahl der Datensätze für die einzelnen Schwerpunkträume deutlich variierte.

Über alle Schwerpunkträume hinweg zählten Spazierengehen, Naturbeobachtung und Fotografie, Radfahren, Wandern sowie das Ausführen von Hunden zu den häufigsten Aktivitäten (Abbildung 1). In der Detailauswertung auf Ebene der Schwerpunkträume sind diese Ergebnisse besonders relevant für die weitere Maßnahmenplanung, da sie zeigen, welche Nutzungen in welchem Raum besonders berücksichtigt werden sollten.

Wichtigste Gründe für den Besuch der Schwerpunkträume

Bei den Besuchsgründen zeigte sich ein klares Bild: Naturerleben und aktive Erholung waren die zentralen Motive und wurden ähnlich häufig genannt. Das Erleben historischer Bauwerke und Denkmäler spielte dagegen eine deutlich geringere Rolle (Abbildung 2).

Das Projektteam geht dieser Beobachtung weiter nach und prüft, wie die vielfältige historische Kulturlandschaft in Lippe mit ihrer spannenden Geschichte künftig noch attraktiver und erlebbarer gestaltet werden kann.

Höchste Erholungsqualität im Wüstener Bergland

Die Erholungsqualität wurde in allen Schwerpunkträumen insgesamt hoch bewertet (Abbildung 3). Besonders auffällig war der Schwerpunktraum „Wüstener Bergland“ (Schwerpunktraum 1a), der mit einem Mittelwert von 5,0 (bei einem Maximum von 6) die höchste durchschnittliche Bewertung aufwies.

Auch der Schwerpunktraum „Hauptkamm Teutoburger Wald“ (Schwerpunktraum 4) wurde mit einem Mittelwert von 4,9 sehr hoch bewertet. Zudem schnitten die Schwerpunkträume „Schieder, Schiedersee und Schwalenberg“ (Schwerpunktraum 3b), „Lügde“ (Schwerpunktraum 3a) sowie „Grünland- und Offenlandbereiche bei Schlangen und Veldrom“ (Schwerpunktraum 5) mit einem Mittelwert von 4,8 sehr gut ab.

Das Projektteam vermutet, dass insbesondere der hohe Waldanteil sowie das abwechslungsreiche Relief der Landschaft mit Hügeln und Tälern zu dieser positiven Einschätzung beitragen. Darüber hinaus zeigen die Antworten, dass ein positiver Zusammenhang zwischen Erholung und Vertrautheit mit einer Landschaft besteht – einschließlich der Fähigkeit, sich darin zurechtzufinden und zu orientieren.

Größtes Verbesserungspotenzial bei Informationsangeboten

Neben der Gesamtbetrachtung wurden die Schwerpunkträume auch einzeln ausgewertet. Für das Projektteam sind dabei vor allem die Bewertungen der vorhandenen Angebote und Gegebenheiten sowie die weiteren Anmerkungen und Ergänzungen besonders wertvoll, da sie bei der weiteren Maßnahmenplanung berücksichtigt werden können.

In Abbildung 4 sind die Bewertungen der Angebote und Gegebenheiten beispielhaft für den Schwerpunktraum „Abgrabungskomplex im Rethlager Bachtal südlich von Lage“ (Schwerpunktraum 6) dargestellt.

Dabei wird deutlich, dass insbesondere Aussichtspunkte oder Beobachtungseinrichtungen sowie Erholungsinfrastrukturelemente, etwa Sitzgelegenheiten oder Schutzhütten, bislang niedrig bewertet wurden. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass entsprechende Angebote im Schwerpunktraum bisher kaum vorhanden sind.

Gleichzeitig zeigen die Bewertungen – ergänzt durch weitere Anmerkungen und Wünsche für die Schwerpunkträume –, dass hier Entwicklungspotenziale bestehen. Zudem gibt es in diesem Schwerpunktraum keine historischen Stadt- oder Ortskerne, wodurch sich auch deren niedrige Bewertung erklärt.

Sichtbare Fortschritte in den Schwerpunkträumen

Die Erkenntnisse aus der Onlinebefragung liefern wertvolle Hinweise für die weitere Projektlaufzeit. Das Projektteam hat in den Schwerpunkträumen bereits zahlreiche Maßnahmen umgesetzt. Beispielsweise wurde im Schwerpunktraum „Abgrabungskomplex im Rethlager Bachtal südlich von Lage“ (Schwerpunktraum 6) eine Beweidung mit Wasserbüffeln initiiert (Abbildung 5) und das bestehende Wegesystem erweitert.

Um künftig bessere Einblicke in das Beweidungsgebiet zu ermöglichen, werden dort in den kommenden Monaten Beobachtungsplattformen errichtet, Sitzbänke aufgestellt sowie ein zentraler Infopunkt geschaffen.

Auch in den anderen Schwerpunkträumen geht es voran: So wurden im Schwerpunktraum „Lügde“ (Schwerpunktraum 3a) zahlreiche Pflegemaßnahmen auf den wertvollen Magerrasen durchgeführt, um die seltenen Tier- und Pflanzenarten zu erhalten (Abbildung 6). Ebenso wurden auf den Bergheiden im Schwerpunktraum „Hauptkamm Teutoburger Wald“ (Schwerpunktraum 4) Maßnahmen zur Förderung dieser besonderen Lebensräume umgesetzt.

Das Gemeinschaftsprojekt mit wissenschaftlicher Begleitforschung unter Leitung der TH OWL läuft noch bis Ende 2028. Bis dahin werden in den Schwerpunkträumen zahlreiche weitere Maßnahmen umgesetzt, um die historische Kulturlandschaft zu bewahren und in Wert zu setzen, die Biotope zu schützen und besser zu vernetzen sowie die Erholungsfunktion der Landschaft zu stärken.

Eine Wiederholung der Onlinebefragung ist für 2027/2028 geplant. Damit soll untersucht werden, ob im Rahmen des Projekts messbare Veränderungen erzielt wurden und ob sich das Erlebnis der Besuchenden in den Schwerpunkträumen durch die umgesetzten Maßnahmen verbessert hat.

Hintergrund: Zum Projektteam gehören für das Hauptvorhaben der Kreis Lippe – Birgit Griese-Lödige, Yasmin Günteberg und Anna van den Boom – sowie die Biologische Station Lippe – Luisa Glocker und Vivian Holzhauer. Um die wissenschaftliche Begleitforschung kümmert sich die TH OWL – Professor Dr. Boris Stemmer und Evelyn Behre – sowie die Hochschule Osnabrück – Professor Dr. Sebastian Vogel und Alissa Schäffner – sowie der Landschaftsverband Westfalen-Lippe – Dr. Dorothee Boesler und Dr. Olaf Gisbertz. Die Projektleitung für das Hauptvorhaben obliegt Birgit Griese-Lödige, die Projektleitung für die wissenschaftliche Begleitforschung Professor Boris Stemmer.

Das Vorhaben wird vom Bundesamt für Naturschutz aus Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen finanziert.

Origialmeldung:
https://www.th-owl.de/news/artikel/detail/gruene-infrastruktur-in-laendlichen-regionen-projektergebnisse-liegen-vor/

Ansprechpartnerin:
Bianca Lukas
Komm. Dezernatsleitung
Dezernat Kommunikation & Marketing
Sachgebietsleitung Marketing
+49 5261 702 – 5945
bianca.lukas@th-owl.de

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2026-05-22T11:49:17+02:0025.05.2026|Kategorien: Nachhaltigkeit, Natur & Umwelt|Tags: |

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