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Die FH Bielefeld erarbeitet ein Konzept mit Präventionsangeboten

© pixabay/PX41-Media

Bielefeld, den 11. April 2022. Erwachsene mit geistiger Behinderung zu einem gesünderen und selbstbestimmten Leben befähigen – das ist das Ziel eines Forschungsprojekts, an dem sich der Fachbereich Gesundheit der Fachhochschule (FH) Bielefeld beteiligt. Im Mittelpunkt des Projekts „Fallmanagement und Pflegeexpertise als Präventionsansatz für erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung“ (FaPP-MgB) stehen Präventionspläne, die von Menschen mit geistiger Behinderung gemeinsam mit Pflegeexpertinnen und -experten entwickelt werden.

Ob Wunsch nach mehr Bewegung, Ideen zur gesünderen Ernährung oder Unterstützung bei Stress – gemeinsam werden individuelle Pläne zur Verbesserung der eigenen Gesundheit in den Bereichen Bewegung, Ernährung, Stressmanagement und Sucht erarbeitet. Bei den Präventionsplänen werden Angebote des umgebenden Stadtteils mit einbezogen und vernetzt, die vorab durch eine Sozialraumanalyse ermittelt wurden. Beispielsweise sind dies Sportangebote, Ernährungskurse oder regelmäßige Gespräche zum Umgang mit Stress in Absprache mit den Akteuren aus dem Gesundheitswesen wie Ärzte oder Psychotherapeuten.

Der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses fördert das Projekt unter der Leitung der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg mit insgesamt 4,7 Millionen Euro, davon gehen über 1 Million Euro an die FH Bielefeld. Die Mittel für den Fonds werden von den gesetzlichen Krankenkassen und dem Gesundheitsfonds bereitgestellt.

Forschungsteam der FH Bielefeld überprüft Wirksamkeit der Maßnahmen

Aufgabe des Forschungsteams der FH Bielefeld unter der Leitung von Prof. Dr. Änne-Dörte Latteck, Professorin für Pflegewissenschaft, ist die Messung des Erfolgs: In Befragungen mit standardisierten Fragebögen (randomisierte, kontrollierte Studie) sowie Interviews mit Teilnehmenden und Akteuren wird untersucht, ob die erarbeiteten Pläne ihr Ziel erreicht haben. So wird überprüft, ob sich der Gesundheitszustand der Teilnehmenden während und nach Umsetzung der Maßnahmen verbessert hat.

Prof. Dr. Änne-Dörte Latteck: „Ich freue mich sehr, dass wir mit diesem Projekt innovative Wege in der Gesundheitsversorgung von Menschen mit einer geistigen Behinderung initiieren und die Wirksamkeit testen können. Die individuelle Präventionsplanung wird durch Pflegeexperten und -expertinnen begleitet und ist bislang einmalig in Deutschland“, so Latteck weiter.

Für die Studie werden derzeit Menschen mit geistiger Behinderung in Hamburg gesucht, insgesamt 256 erwachsene Menschen können an der Studie teilnehmen. Die Teilnehmenden werden von Pflegefachleuten – das sind akademisch qualifizierte Pflegende mit dem Masterabschluss „Advanced Nursing Practice“ – individuell beraten und auf dem Weg zu mehr Selbstwirksamkeit und gesteigerter Gesundheit begleitet.
Gemeinsames Projekt der Wissenschaft, Versorgungspraxis und Gesundheitsberatung

Die Konsortialpartnerinnen und –partner der Studie sind neben der FH Bielefeld die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg – Konsortialführung), Evangelisches Krankenhaus Alsterdorf gGmbH, das Deutsche Krankenhausinstitut (DKI) und die AOK Rheinland/Hamburg (AOK).

Gemeinsam wollen sie die Situation der betroffenen Erwachsenen durch eine gezielte Gesundheitsförderung und -prävention verbessern und bringen dazu ihre jeweilige Expertise aus Wissenschaft, Versorgungspraxis und Gesundheitsberatung ein. Als Kooperationspartner und -partnerinnen tragen außerdem der BKK Landesverband Nordwest, Leben mit Behinderung Hamburg, die alsterdorf assistenz west, die alsterdorf assistenz ost sowie das BHH Sozialkontor zur Durchführung des Projekts bei.

Originalmeldung:
https://www.fh-bielefeld.de/presse/pressemitteilungen/innovatives-forschungsprojekt-erarbeitet-gemeinsam-mit-menschen-mit-geistiger-behinderung-konzepte-zur-gesundheitsfoerderung

Ansprechpartner:
FH Bielefeld
Hochschulkommunikation
Verena Kukuk
+49 (0)521 106 70835
grewe-koenig@fh-bielefeld.de

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2022-04-13T10:54:31+02:0013.04.2022|Kategorien: Gesundheit & Pflege, Solidarität|Tags: |

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