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Physio vor OP

Professorin der FH Münster untersucht Machbarkeit: Vorhaben ist eines von vier Projekten, die „münster.land.leben“ nach Ideenaufruf fördert.

(Bild: pixabay | ElvisClooth).

© pixabay | ElvisClooth

Münster/Steinfurt, 22. September 2020. Wer im oberen Bauchraum, zum Beispiel am Magen oder an der Lunge, operiert werden muss, setzt sich einem hohen Risiko aus. Denn die Gefahr, dass es zum Beispiel zu einer Lungenentzündung oder einem Lungenödem kommt, ist hier besonders groß. Um das Risiko zu verhindern, hilft eine physiotherapeutische Behandlung vor der OP. Doch diese wird Patientinnen und Patienten nur selten verordnet.

Das Projekt der Nachwuchsprofessorin

Dr. Marion Grafe, Nachwuchsprofessorin an der FH Münster, will das ändern und einen einfachen Zugang ermöglichen. Die studierte Physiotherapeutin untersucht mit Unterstützung der Klinik für Allgemein-, Viszeral und Transplantationschirugie am UKM unter Leitung von Prof. Dr. Andreas Pascher, inwiefern Betroffene auf digitalem Weg erreicht werden können – um aufgeklärt zu werden und Übungen gezeigt zu bekommen und so bestmöglich vorbereitet in den Operationssaal zu gehen. Ihr Vorhaben ist eines von vier Projekten, die „münster.land.leben“ nach einem Ideenaufruf fördert. In den nächsten sechs Monaten wird hierzu nun eine Machbarkeitsstudie durchgeführt.

„Wir wissen aus der Forschung, dass Atemtraining kombiniert mit Übungen und Beratung im Vorfeld dieser OPs ein ganz entscheidender Faktor ist“, sagt Grafe. Gezielte Übungen helfen, das Atemsystem zu trainieren. „Wer das gelernt hat, hat nach der OP weniger Probleme.“ Außerdem müssen sich Patientinnen und Patienten fit halten – erst recht dann, wenn sie lange auf ihre Operation warten. „Bisherige Studien zeigen, dass das Risiko einer Komplikation sinkt, wenn die Menschen vorab durch Aufklärung und Übungen vorbereitet sind“, so Grafe.

Weil aber tatsächlich vor allem medizinische Fragen geklärt werden und eine physiotherapeutische Behandlung frühestens nach einer OP beginnt, herrscht zwischen Theorie und Praxis eine große Lücke. Die will Grafe mit ihrem Team schließen – und zunächst einmal die Bedürfnisse aller beteiligten Akteurinnen und Akteure identifizieren.

Ziele des Projekts

„Unser Ziel ist es, herauszufinden, wie genau ein potenzielles Online-Angebot aussehen kann, wie es umsetzbar wäre und welche Ressourcen notwendig sind.“ Voraussichtlich Mitte Oktober startet das Team deshalb mit dem Befragen von Ärztinnen und Ärzten, Therapeutinnen und Therapeuten, Patienntinnen und Patienten durch Interviews. „Unsere Herausforderung ist, dass die Gruppe der Patientinnen und Patienten sehr altersheterogen ist. Operiert werden schon zweijährige Kinder bis zu über 80-Jährige. Wir konzentrieren uns in unserem Vorhaben vorrangig auf Menschen in der Altersgruppe bis 60.“ In einem halben Jahr stehen die Ergebnisse fest, die das Team mit Spannung erwartet. Denn davon hängt ab, ob tatsächlich ein Online-Angebot entwickelt wird.

Das Projekt von Grafe heißt „Online-basiertes präoperatives physiotherapeutisches Management von Patienten vor viszeralen Operationen“, und es läuft zeitgleich mit dem von Prof. Dr. David Hochmann von der FH Münster. Unter seiner Leitung werden Potenziale der Prüftechnik bei der Versorgung mit Unterschenkel-Orthesen untersucht.

Weiteres

Am 15. September ist das Projekt „Corporate Volunteering und Service Learning gestartet“, bei dem Studierende der FH Münster sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Unternehmen gemeinsam soziale Projekte mit gesellschaftlicher Wirkung realisieren – um so einen Beitrag zu einem lebenswerten Münsterland zu leisten. Das vierte Vorhaben beschäftigt sich mit der App „Liv“, die pflegende Angehörige unterstützen soll. Hannelore Braisch und Camilla Scheplitz vom Fachbereich Design der FH Münster, der Münster School of Design (MSD), hatten sie entwickelt. Jetzt untersucht das Team unter Leitung von Prof. Dr. Wolfram Herrmann die Umsetzbarkeit.

Zum Einreichen von Ideen für mögliche Machbarkeitsstudien hatte das Projektbüro von „münster.land.leben“ im März aufgerufen. Gesucht waren Vorhaben, die sich auf die Bereiche Gesundheitsversorgung oder -vorsorge, Teilhabe und Wohlbefinden beziehen, sich auf Aspekte des ländlichen Raums konzentrieren und einen deutlichen Praxisbezug aufweisen. Voraussichtlich im kommenden Jahr gibt es eine zweite Förderphase. Informationen dazu veröffentlicht das Projektteam im Dezember unter fhms.eu/ideenaufruf. Das Projekt „münster.land.leben“ wird von der Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“ gefördert.

Zum Thema: Das hochschulweite Projekt „münster.land.leben“ an der FH Münster mit mehr als 75 Partnern aus Wirtschaft, Industrie und Gesellschaft hat die Stärkung von Gesundheitsversorgung, Teilhabe und Wohlbefinden im ländlichen Raum zum Ziel. Alle Teilvorhaben stehen unter fh-muenster.de/muensterlandleben.

Origialmeldung:
https://www.fh-muenster.de/hochschule/aktuelles/pressemitteilungen.php?madid=7765

Ansprechpartnerin:
FH Münster
Pressesprecherin
Katharina Kipp M.A.
+49 (0)251 8364090
katharina.kipp@fh-muenster.de
2020-10-06T14:46:53+02:0006.10.2020|Kategorien: Gesundheit & Pflege|Tags: |
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