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Forschungsprojekt der Westfälischen Hochschule will erfolgreiche Frauen sichtbar machen

Die Professorinnen Julia Frohne (l.) und Kerstin Ettl (r.) sitzen auf einer Bank und halten gemeinsam einen „Erfinderinnen-Werkzeugkoffer“ in der Hand

© WH/Julia Voß

Bocholt/Gelsenkirchen/Bochum, 15. Oktober 2021. In einem dreijährigen Forschungsprojekt will die Westfälische Hochschule erfindungsreiche Frauen im Ruhrgebiet und im Münsterland sichtbar machen und ihre Situation als Innovationsträgerinnen erforschen. Dadurch soll anderen Frauen der Rücken für Erfindungen und Innovationen in vor allem mittelständischen Unternehmen gestärkt werden.

Frauen kommen zu wenig vor, wenn es um Innovationen geht. Beispielsweise werden nur knapp vier Prozent aller Patente in Deutschland von Frauen angemeldet. Trotzdem gibt es sie, die Erfinderinnen, auch wenn sie nur selten für die Gesellschaft sichtbar werden. Ein Forschungsteam aus Professorin Kerstin Ettl von der Hochschulabteilung Bocholt, Professorin Julia Frohne aus Gelsenkirchen und Professor Bernd Kriegesmann, nicht in seiner Rolle als Präsident der Westfälischen Hochschule, sondern als Leiter des hochschuleigenen Instituts für Innovationsforschung und -management in Bochum, will das ändern und erfindungsreiche Frauen als Vorbilder bei der Innovationsförderung sichtbar machen. Verstärkung erhält das Team durch zwei wissenschaftlich Mitarbeitende: Julia Voß und Raphael Brüne.

Dabei ist die Innovationskraft von Erfinderinnen durchaus nicht neu: Schon 1812 ließ sich – so Ettl – die US-Amerikanerin Tabitha Babbitt vom Spinnrad zu einer Kreissäge inspirieren und auch der erste Computer-Algorithmus sei 1835 durch die britische Mathematikerin Ada Lovelance entwickelt worden. Auch im eigenen Haus wurde die Westfälische Hochschule fündig. Unter anderen ließ sich 2016 Professorin Heike Beismann aus Bocholt von der menschlichen Anatomie zu einem neuartigen Federelement inspirieren, das die Pufferqualität des Brustkorbs nachahmt und heute in der Automobilindustrie genutzt wird. „Derartige Innovationen und die Erfinderinnen selbst sichtbar zu machen und vorzustellen, soll andere innovative Frauen ermutigen, ähnliche Wege einzuschlagen und ihre Ideen durchzusetzen“, so Projektleiterin Ettl, „zusätzlich soll mit dem Projekt die Innovationskraft des Hochschulumfeldes Ruhrgebiet und Münsterland gestärkt werden.“

Entwicklung und Erprobung von Förderinstrumenten geplant

„Wir wollen die Rolle und den Beitrag von in Wissenschaft, Forschung und Innovation tätigen Frauen besser verstehen, um daraus Förderinstrumente zu entwickeln, zu erproben und für den Transfer in die Region aufzubereiten“, ergänzt Kerstin Ettl, die sich in ihrem Lehr- und Forschungsgebiet auf Management unter Berücksichtigung von „Gender“ und „Diversity“ spezialisiert hat. „Dabei geht es auch um Macht- und soziale Strukturen in regionalen Innovationsökosystemen“, womit sie die Lebenswirklichkeit und den Alltag innovativer Frauen in ihren jeweiligen privaten wie auch beruflichen Umfeldern meint.

Julia Frohne will in dem Verbund Kommunikationsstrategien und -maßnahmen erarbeiten, um auf die noch wenig oder unbekannten Frauen aufmerksam zu machen, die Innovationen fördern. Im Blick hat sie dabei vor allem Frauen in Ruhrgebiet und Münsterland, die sie als Vorbilder namhaft machen will. Erfinderinnen, die sich zukünftig sichtbar machen und ihre Erfahrungen teilen wollen, können sich unter der E-Mail-Adresse we(at)w-hs.de melden.

Das Forschungsprojekt mit dem Namen „WE!“ für Westfälische Erfinderinnen: vom Labor in den Mittelstand“ hat eine Gesamtlaufzeit von drei Jahren und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Förderinitiative „Innovative Frauen im Fokus“ mit über 800.000 Euro gefördert. „Langfristig soll mit dieser Initiative ein Beitrag zur Stärkung des Innovationsstandortes Deutschland geleistet werden“, so Kerstin Ettl.

Originalmeldung:
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Ansprechpartnerin:
Westfälische Hochschule
Leiterin Pressestelle
Dr. Barbara Laaser
+49 (0)209 9596 464
barbara.laaser@w-hs.de

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2021-10-15T10:30:37+02:0015.10.2021|Kategorien: Digitalisierung|Tags: |

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