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Staubdichtere Big Bags

Laserzentrum will Big Bags luftdicht verschweißen.

Bei einem gemeinsamen ZIM-Projekt mit der Firma EMPAC will das Laserzentrum der FH Münster Big Bags luftdicht verschweißen. Von links: Prof. Dr. Evgeny Gurevich, Diplomingenieur Jürgen Gröninger, EMPAC-Entwicklungsleiter Siegfried Hartmann, EMPAC-Prokurist Sebastian Hans, Diplomingenieur Sascha Wagner und EMPAC-Geschäftsführer Michael Hans. (Bild: FH Münster | Frederik Tebbe).

© FH Münster | Frederik Tebbe

Münster/Steinfurt, 16. September 2020. Sensible chemische oder pharmazeutische Rohstoffe erfordern eine hermetisch dichte Verpackung. Deshalb werden sie in sogenannte Big Bags gefüllt. Die Emsdettener Firma EMPAC stellt diese unter anderem für die Chemie- und Pharma-Industrie her – und arbeitet nun mit dem Team des Laserzentrums der FH Münster in einem neu gestarteten, auf zwei Jahre angelegten ZIM-Projekt daran, diese noch staubdichter herzustellen.

„In der Regel werden die Big Bags vernäht“, erklärt Sascha Wagner, Diplomingenieur im Laserzentrum am Fachbereich Physikingenieurwesen in Steinfurt. Doch durch jede Naht entstehe ein Loch, was die hohen Ansprüche der Pharmaindustrie, die Stoffe partikelfrei zu lagern, erschwert. „Es darf keine Wechselwirkungen mit dem Wirkstoff geben.“ Deshalb suchen das Laserzentrum unter der Leitung von Prof. Dr. Evgeny Gurevich und EMPAC nun nach einem Weg, die Behälter mit einem Laser luftdicht verschweißen zu können.

Das Verfahren

Was zunächst simpel klingt, stellt das Team um Gurevich, Wagner und Diplomingenieur Jürgen Gröninger jedoch vor eine Herausforderung: Denn wenn das Gewebe der Big Bags zu stark erhitzt wird, schrumpft es. „Deshalb müssen wir das Material thermisch partiell erwärmen“, so Wagner. Beim Schweißen per Laser müsse die Wärmeeinstrahlung genau gesteuert werden. Im ZIM-Projekt sucht das Team nun nach einem Weg, dies zu ermöglichen. Die Big Bags fassen einen bis zwei Kubikmeter und müssen das fünf- bis sechsfache ihrer Last tragen können. Das Gewebe darf entsprechend nicht beeinträchtigt werden.

Außerdem könnte das Projekt beim Einsparen weiterer Materialien helfen: Derzeit befindet sich in den Big Bags ein „Inliner“, eine hermetisch dichte Verpackung für die zu lagernden Stoffe innerhalb der Verpackung. „Vielleicht können wir durch das Verschweißen darauf verzichten“, überlegt EMPAC-Geschäftsführer Michael Hans bei einem Ortstermin auf dem Campus in Steinfurt.

Das Laserzentrum und EMPAC wollen bei dem ZIM-Projekt eng miteinander arbeiten. Die räumliche Nähe zwischen Steinfurt und Emsdetten hilft beim regelmäßigen Austausch. „Das zeichnet unsere Zusammenarbeit aus“, sagt Hans. Außerdem kann das Team an die Erfahrungen eines Vorgängerprojektes anschließen. Zuvor haben sie ein neues Laserverfahren entwickelt, um die elektrostatische Ladung von Folienverpackungen abzuleiten. Das Projekt ist im Dezember 2019 mit dem Innovationspreis Münsterland ausgezeichnet worden.

Zum Thema: „ZIM“ steht für das „Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Das Programm unterstützt Unternehmen bei der Umsetzung ihrer Ideen mit entsprechenden Fördermitteln.

Origialmeldung:
https://www.fh-muenster.de/hochschule/aktuelles/pressemitteilungen.php?pmid=8356

Ansprechpartnerin:
FH Münster
Pressesprecherin
Katharina Kipp M.A.
+49 (0)251 8364090
katharina.kipp@fh-muenster.de
2020-09-28T09:59:11+02:0028.09.2020|Kategorien: Produktion & Fertigung|Tags: |
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