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Halbzeit der Projekte

Halbzeit beim Projekt „münster.land.leben“.

Abgebildet sind viele Menschen, die sich sportlich betätigen.

© FH Münster | Corinna Anand

Münster/Steinfurt, 15. Juli 2020. Es ist etwas wie beim Sport: Ist die erste Halbzeit vorbei, gilt es innezuhalten und zu analysieren. Aber auch: anzufangen, sich über die Taktik und Strategien für die zweiten Hälfte Gedanken zu machen. Genau das haben die Projektbeteiligten von „münster.land.leben“ jetzt getan. Fast 30 der insgesamt rund 80 Mitwirkenden aus den insgesamt 13 Teilvorhaben zeigten auf, was in den letzten zweieinhalb Jahren schon geschafft worden ist und welche Aufgaben noch anstehen. Wegen Corona fand das Halbzeitgespräch digital statt.

Das Team des Teilvorhabens „Sturzmanagement mit bürgerschaftlichem Engagement (Stu.bE)“ hat sich zum Ziel gesetzt, das selbstbestimmte Leben zu fördern. Deshalb will es ein bedarfsorientiertes und häusliches Sturzmanagement etablieren. Die Idee: Bürgerinnen und Bürger helfen sturzgefährdeten, alleinlebenden Menschen, die noch keine Leistungen der sozialen Versicherungssysteme erhalten. Auf dem Weg dorthin hat das Team schon viel erreicht: In den drei Projektregionen Hörstel, Horstmar und Metelen wurden Sozialraum- und Stakeholderanalysen durchgeführt, erste Veranstaltungen organisiert, Gespräche zur Ehrenamtsszene umgesetzt und neue Angebote konzipiert. „Wegen Corona konnten wir diese leider bislang noch nicht durchführen. Wir hoffen, dass sich das bald ändert“, sagte Dr. Bettina Begerow.

Im Teilvorhaben „Smart Mirrors zur Förderung der Gesundheitskompetenz“ ist der Prototyp eines intelligenten Datenspiegels entstanden. Er macht Menschen Informationen zu den Themen Ernährung und Genuss zugänglich. „Wir haben den Interaktionsablauf entwickelt, individuelle Ernährungstipps erarbeitet und schon viele öffentliche Auftritte realisiert, zum Beispiel in der Volkshochschule Warendorf“, erläuterte Dr. Ralf Hinterding. Jetzt gehe es darum, den Feinschliff an der Software vorzunehmen und acht dieser Spiegel tatsächlich zu produzieren.

Viel passiert ist auch im Teilvorhaben „Gemeinschaft zwischen Tradition und Wandel (Dorf 4.0)“. Es nimmt Ellewick-Crosewick – ein Ort mit rund 1.500 Einwohnerinnen und Einwohnern bei Vreden – unter die Lupe. Ziel ist es, basierend auf den Ideen der Menschen digitale Lösungen zu entwickeln. „Deshalb haben wir die Bürgerinnen und Bürger zu einem Workshop eingeladen“, so Sven Luzar, der das Vorhaben koordiniert. Welche Wünsche und Ideen gibt es für eine digitale Transformation? Wer muss unterstützen? Warum wurden bislang keine Lösungen umgesetzt? „Es gab viele Anregungen, die wir dankbar aufgenommen haben.“ Jetzt gehe es darum, mit der Entwicklung einer App zu beginnen.

Gleich einem ganzen Kreis, nämlich Borken, widmet sich das Teilvorhaben „reges:BOR“. Das steht für Regionale Gesundheitsförderung im Kreis Borken, und es hat ein großes Ziel: ein Netzwerk zur Gesundheitsförderung und Prävention zu schaffen. Damit können die Menschen im Kreis – dieser ist Modellregion im Projekt – gesund aufwachsen und leben. „Warum kommen präventive und gesundheitsförderliche Angebote zuweilen nicht bei den Zielgruppen an? Das von uns angestoßene Netzwerk betrachtet einerseits die Daten, andererseits die Erfahrungen der Akteure vor Ort“, so Projektleiter Prof. Dr. Marcellus Bonato. „Die entstehenden neuen Blickwinkel konkretisieren wir in sogenannten Fachkreisen. Darin erarbeiten wir mit unseren Partnern Konzepte für die Gesundheitsförderung der Menschen im Kreis.“ Bisher arbeiten die Fachkreise „Erwerbstätige pflegende Angehörige“ – gemeint sind Menschen, die neben ihrem Berufsleben ihre Angehörigen pflegen – und „Gesund aufwachsen“. „Weitere werden folgen“, so Prof. Bonato.

Luise Honvehlmann berichtete vom aktuellem Planungsstand des „opentruck“: ein mobiler Innovationstrailer, der zur Informations- und Kommunikationsplattform umgebaut werden soll. „Wir wollen die Menschen im Münsterland zum Thema Gesundheit informieren und dazu motivieren, einige Anregungen im Alltag umzusetzen“, so Honvehlmann. Sie und ihre Kolleginnen Julia Blank und Dr. Lisa Stahl bilden das Projektmanagementteam, das die Hochschule nah an ihrer TAFH Münster GmbH angedockt hat. Derzeit suche das Team einen Messebauer, der den Ausbau des Anhängers übernimmt. Die Ausstellung haben Design- und Oecotrophologie-Studierende der FH Münster bereits konzipiert.

„Es ist unglaublich beeindruckend, was schon alles angestoßen wurde“, sagte Carsten Schröder, Vizepräsident für Transfer, Kooperation und Innovation sowie Gesamtprojektverantwortlicher. Inzwischen sei „münster.land.leben“ auch als eines von drei zentralen regionalen Leitprojekten im regionalen Markenbildungsprozess ausgewählt worden. Weil es hervorragend zum neuen Slogan „Münsterland. DAS GUTE LEBEN“ passe, so Schröder.

Das Konzept „münster.land.leben“ wird von der Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“ gefördert. Es widmet sich der Gesundheit, der Teilhabe und dem Wohlbefinden im ländlichen Raum – alles Bereiche, die zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen zählen und die auch an der FH Münster eine immer wichtigere Rolle spielen. „Themen wie das Stadt-Land-Gefälle in der Gesundheitsversorgung, zunehmende psychische Erkrankungen oder große Unterschiede in der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung kommen auf uns alle zu. Wir als FH Münster sind mit unseren entsprechenden Fachdisziplinen gut aufgestellt, um diesen Herausforderungen zu begegnen“, so Schröder.

Wie sehr das schon jetzt gelingt, dafür ist das Projekt „münster.land.leben“ ein gutes Beispiel. Es zeigt aber auch: Die FH Münster ist in der Region bestens vernetzt. Denn die Hochschule arbeitet in diesem Projekt mit mehr als 80 Partnerinnen und Partnern im Münsterland zusammen. „Wir haben alle relevanten gesellschaftlichen Akteure an Bord geholt. Unser Motto lautet: science with and for society“, so Schröder. Die nächsten zweieinhalb Jahre gehe es auch darum, die vielen Ansätze dauerhaft auf feste Beine zu stellen. „Wir wollen, dass von ‚münster.land.leben‘ etwas Sichtbares übrig bleibt.“

Origialmeldung:
https://www.fh-muenster.de/hochschule/aktuelles/pressemitteilungen.php?pmid=8298

Ansprechpartnerin:
FH Münster
Pressesprecherin
Katharina Kipp M.A.
+49 (0)251 8364090
katharina.kippg@fh-muenster.de
2020-09-15T10:08:34+02:0015.09.2020|Kategorien: Gesundheit & Pflege|Tags: |
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