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Ressourcenverbrauch zurückfahren

FH Münster, RWTH Aachen, TU Berlin und Stadt Herne starten neues Projekt R2Q

In einer Pressekonferenz in Herne erläuterten die Teams der beteiligten Hochschulen ihren Forschungsansatz zu R2Q (Bild: Stadt Herne/Thomas Schmidt).

© Stadt Herne | Thomas Schmidt

Münster/Herne, 1. März 2019. Viele reden über einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. Das klingt gut und sinnvoll – aber wie packen Behörden und Bürger das in der Realität an? Noch dazu in Städten, wo von allem viel benötigt wird? Einen neuen Weg gehen jetzt die Stadt Herne gemeinsam mit der FH Münster, der RWTH Aachen, der TU Berlin und mehreren Praxispartnern in einem just gestarteten Projekt. Der Name ist Programm: RessourcenPlan im Quartier, oder kurz R2Q.

„Das Ergebnis ist ein Ressourcenplan für künftige Bau- und Sanierungsmaßnahmen in den Stadtquartieren, der mit Fachleuten, Bürgern und Politik abgestimmt ist“, sagt Prof. Dr. Mathias Uhl von der FH Münster, Leiter des Verbundprojektes. Das Ziel sei eine bessere Kosten- und Nutzeneffizienz der Ressourcen Wasser, Fläche und Materialien und eine höhere Lebensqualität für die Bewohner.

Aufbau des Projekts

„Wir führen das Projekt exemplarisch an zwei Quartieren durch, in denen Wohnen, Dienstleistungen, Gewerbe und Verkehr aufeinandertreffen“, erklärt Koordinator Dr. Malte Henrichs. In den Quartieren Herne Baukau-Ost und Pantringshof soll erprobt werden, wie sich Wasser, Flächen beziehungsweise Räume, Stoffströme – also zum Beispiel Baumaterialien – und weitere übergreifende Ressourcen wie Energie einsparen lassen. Das Team um Prof. Christa Reicher von der RWTH Aachen beschäftigt sich mit der Fläche: Wie kann die Qualität und die Nutzung von Flächen baulich und infrastrukturell verbessert werden?

Die FH Münster ist mit drei Forschergruppen des Instituts für Infrastruktur – Wasser – Ressourcen – Umwelt (IWARU) und einem Team des Instituts für Energie und Prozesstechnik (IEP) beteiligt.

Den Stoffströmen widmet sich das Team von Prof. Dr. Sabine Flamme: Welche Rohstoffe wurden verbaut? Können sie wieder genutzt werden? Wenn ja, wie? Die Teams von Prof. Dr. Mathias Uhl und Prof. Dr. Jens Haberkamp nehmen alle Facetten des Wassers – Regen-, Trink- und Abwasser – in den Blick: Wie können Wasserversorgung und Abwasserentsorgung verbessert werden? Wie lässt sich Wärmeenergie aus dem Abwasser zurückgewinnen? Wie schützt man sich gegen Überflutung? Wie können wir durch Verdunstungskühlung dem Klimawandel entgegentreten? Das Team von Prof. Dr. Peter Vennemann widmet sich allen Fragen rund um die Energie.

Stadt Herne als Modellkommune

Die Erkenntnisse aus R2Q sollen auch auf andere Städte Deutschlands anwendbar sein. Damit kommt Herne als Modellkommune eine besondere Rolle zu. „Wenn wir das umsetzen, spielt Herne in einer Liga mit den Städten Wien und Zürich“, betont Prof. Flamme. „Für uns ist dieses Projekt ein Glücksfall, da wir ab jetzt Champions-League-Wissen abrufen dürfen“, freut sich Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda.

Insgesamt drei Jahre Forschung stehen jetzt an, im Anschluss gibt es die Möglichkeit, eine zweijährige Realisierungsphase zu beantragen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Verbundprojekt mit insgesamt knapp 3 Millionen Euro, 1,6 Millionen Euro davon erhält die FH Münster, die das Verbundprojekt auch leitet und koordiniert.

Origialmeldung:
https://www.fh-muenster.de/hochschule/aktuelles/pressemitteilungen.php?madid=6892

Ansprechpartner:
FH Münster
Pressestelle
+49 (0)251 83 64090
pressestelle@fh-muenster.de
2019-03-08T13:43:31+01:0001.03.2019|Kategorien: Energie & Ressourcen, Nachhaltigkeit|Tags: |