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Dem Fachkräftemangel entkommen

Studie der Hochschule Niederrhein: Wege aus dem Fachkräftemangel in der Pflege.

(Bild: pexels)

© pexels

Krefeld, 9. Juli 2019. Wie finden sich Wege aus dem dramatischer werdenden Fachkräftemangel in der Altenpflege? Dazu haben Eileen Kamps, Dagmar Ackermann und Christian Timmreck vom Fachbereich Gesundheitswesen der Hochschule Niederrhein jetzt eine Studie herausgegeben. Eine der Antworten, die die Autoren geben: Die Zukunft liegt in der eigenen Ausbildung. Und hier könnte die Teilakademisierung neue Impulse setzen. 

Seit Jahren geht die Schere zwischen Nachfrage und Angebot in der pflegerischen Versorgung auseinander. Mehr pflegebedürftigen Menschen stehen immer weniger Pflegefachkräfte gegenüber. Diese Situation hat zur Erstellung der Pflegestudie 2018 „Wege aus dem Fachkräftemangel in der stationären Altenpflege“ geführt. 

Im Vorfeld wurden drei potentielle Handlungsoptionen erarbeitet, die den Fachkräftemangel lindern könnten. Dies sind die Ausbildung im eigenen Unternehmen, die Weiterqualifizierung von Pflegehilfskräften über Fort- und Weiterbildungen zu Pflegefachkräften und der Einsatz ausländischer Pflegefachkräfte. Die Optionen wurden im Anschluss durch eine Online-Befragung bei über 400 personalverantwortlichen Mitarbeitern von stationären Altenpflegeeinrichtungen auf ihre Praktikabilität hin geprüft. Das Ergebnis: Pflegefachkräfte aus dem Ausland bieten zusätzliche Potenziale wie die kultursensible Pflege, können aber nur ein Teil der Lösung sein. Die Möglichkeit, Pflegehilfskräfte über Fort- und

Weiterbildung zu Pflegefachkräften zu qualifizieren, wird offensichtlich unterschätzt. Und: Den effektivsten Weg sehen die Befragten in der eigenen Ausbildung. 

Nur: Die Ausbildungsmöglichkeiten müssen attraktiver werden. „Vor dem Hintergrund der zunehmenden Abiturientenquote unter den Schulabgängern (derzeit über 50 Prozent) scheint die Teilakademisierung ein Ansatz zu sein“, sagt Prof. Dr. Christian Timmreck, Dekan des Fachbereichs Gesundheitswesen. Teilakademisierung meint: Die Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegfachmann ist gesplittet in einen praktischen Teil (z.B. im Krankenhaus) und einem theoretischen Teil an einer Pflegefachschule. 

An der Hochschule Niederrhein gibt es seit einem Jahr den dualen Bachelorstudiengang Pflege, der das Prinzip der Teilakademisierung in der Pflege aufnimmt und große Teile aus der Pflegeausbildung anrechnet. Die Studierenden erlangen neben den umfassenden Tätigkeiten am Patienten steuernde, beratende und ethische Kompetenzen. Ergänzend zu ihrer Fachschulausbildung in der Pflege werden sie darauf vorbereitet, anwendungsbezogene Inhalte und Methoden, zum Beispiel aus den Bereichen der evidenzbasierten Pflege oder des Prozess- und Qualitätsmanagements anzuwenden und weiterzuentwickeln.
Der duale Studiengang Pflege findet neben der Ausbildung im Bereich der Gesundheits- und Krankenpflege auch Anwendung in der Altenpflege.

Die Pflegestudie 2018 kann unter folgendem Link kostenfrei heruntergeladen werden: https://www.hs-niederrhein.de/fileadmin/dateien/FB10/PFLEGESTUDIE.pdf 

Origialmeldung:
https://www.hs-niederrhein.de/startseite/news/news-detailseite/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=10913&cHash=33c18b7ba0c0e4aac912f785f4331dcd

Ansprechpartner:
Hochschule Niederrhein
Pressesprecher
Dr. Christian Sonntag
+49 (0)2151 822 3610
christian.sonntag@hs-niederrhein.de
2019-08-26T15:59:42+02:0009.07.2019|Kategorien: Gesellschaft, Gesundheit & Pflege|Tags: |