Zwei Alumni der FH Münster fördern mit ihrer Entwicklung die Recyclingfähigkeit von Matratzen

© Annika Berhorst
Münster, den 27. Januar 2026. Fast alle Matratzen werden verbrannt. Zwei Alumni unserer Hochschule möchten das ändern: Mit ihrer Technologie machen sie Schaumkernmatratzen erstmals effizient recycelbar – und denken Recycling schon bei der Herstellung mit.
Jede Nacht liegen Menschen darauf – und doch enden die weichen Unterlagen fast alle im Feuer: Rund 95 Prozent der Schaumkernmatratzen werden am Ende ihrer Lebensdauer verbrannt. Zwei Alumni der FH Münster wollen das ändern. Mit einer neuartigen Technologie haben Dr. Kubilay Ceyhan und Willy Zubert Schaum für Matratzen entwickelt, der sich gezielt in seine Bestandteile zerlegen und damit erstmals effizient recyceln lässt. Ihr Start-up trägt den Namen Breakomers – und könnte die Matratzenindustrie grundlegend verändern.
Mit dem Schaum können Matratzen so konstruiert werden, dass sie sich, sobald sie aussortiert werden, gezielt in ihre Bestandteile zerlegen lassen. Möglich wird das durch eine intelligente Kombination zweier Materialbausteine mit integrierter Sollbruchstelle. Was wie eine technische Feinheit klingt, ist in Wahrheit ein Paradigmenwechsel. „Unsere Technologie denkt Recycling nicht erst am Ende, sondern schon bei der Herstellung mit“, erklärt Erfinder Dr. Ceyhan. Durch das neue Verfahren können die Komponenten getrennt und recycelt werden, deutlich einfacher und energieärmer als mit bisherigen Verfahren.
Die Gründer Ceyhan und Zubert kennen sich bereits seit über zehn Jahren: Zusammen waren sie an der FH Münster eingeschrieben und wohnten gemeinsam in einer WG. Ceyhan studierte am Fachbereich Chemieingenieurwesen und promovierte anschließend an der Universität Bielefeld. Dort entwickelte der Chemieingenieur auch die technologische Grundlage des neuen Verfahrens. Wirtschaftsingenieur Zubert verantwortet im Start-up die betriebswirtschaftliche Umsetzung des Ganzen – schon seine Abschlussarbeit im berufsbegleitenden Masterprogramm Wirtschaftsingenieurwesen am Institut für Technische Betriebswirtschaft (ITB) der FH Münster schrieb er über die geplante Unternehmensgründung.
Aktuell ist es dem Team gelungen, den innovativen Matratzenschaum im Labor herzustellen. Ein Patent haben die Gründer für ihre Technologie bereits angemeldet. Der nächste große Schritt ist die Skalierung für den industriellen Einsatz, erste Gespräche mit Matratzenherstellern finden bereits statt. Das Geschäftsmodell ist flexibel angelegt: Breakomers setzt auf ein Plug-and-Play-Prinzip, bei dem bestehende Produktionsprozesse genutzt und lediglich bestimmte Komponenten ausgetauscht werden müssen. Mittelfristig sollen die Matratzen in Kooperation mit Industriepartnern produziert werden.
Unterstützung erhält das Team durch den EXIST-Forschungstransfer, ein Förderprogramm des Bundes, das innovative, forschungsbasierte Gründungen mit rund 1,5 Millionen Euro begleitet. Über einen Zeitraum von 24 Monaten werden damit unter anderem Maschinen, Personal- und Sachkosten finanziert. Die Förderung ermöglicht den jungen Gründern, sich voll und ganz auf ihr Unternehmen zu konzentrieren: „Wir sind all in“, sagt Zubert. „Weil wir davon überzeugt sind, dass echte Nachhaltigkeit nur dann funktioniert, wenn sie technisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich zusammen gedacht wird.“
Originalmeldung:
https://www.fh-muenster.de/de/ueber-uns/newsroom/news/itb/nachhaltigkeit-schon-bei-der-herstellung-mitdenken
Ansprechpartnerin:
FH Münster
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