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Energiewende im Quartier mithilfe von Open-Source-Tool

Aus der Praxis, für die Praxis. OS-LOTSE macht Stadtwerke zu Treibern der Energiewende

© OS-LOTSE/Stadtwerke Gronau

Münster, den 07. April 2026. Wie gelingt die Energiewende dort, wo sie ganz konkret spürbar wird – in Städten und Quartieren? Wer entscheidet, wo Wärmenetze entstehen, wie Strom und Wärme intelligent zusammenspielen und welche Geschäftsmodelle sich wirklich lohnen? Genau hier setzt ein neues Forschungsprojekt unserer Hochschule an: OS-LOTSE – das steht für „Open-Source-Tool für die lokale Optimierung und Transformation sektorgekoppelter Energiesysteme“. Das Forschungsteam von Prof. Dr. Peter Vennemann entwickelt ein neues Open-Source-Tool, das Stadtwerken helfen soll, die Energiewende vor Ort selbst aktiv zu steuern. Projektpartner sind die Hochschule Emden/Leer, die Stadtwerke Gronau und die Stadtwerke Westmünsterland.

„Die Energiewende in Städten und Quartieren zählt zu den drängendsten Aufgaben unserer Zeit. Klassische, einmalig beauftragte Studien reichen dafür längst nicht mehr aus – gefragt sind dynamische, anpassbare Werkzeuge, die technische, wirtschaftliche und ökologische Aspekte zusammenbringen“, fast Jan Tockloth, Ingenieur im Projektteam von Prof. Vennemann, das Ziel des Vorhabens zusammen. Stadtwerke stehen deshalb im Zentrum des Projektes: Die Betreiber*innen kennen ihre Quartiere, verfügen über die relevanten Daten und treffen täglich Entscheidungen, die die Entwicklung vor Ort prägen. Gleichzeitig nehmen die Anforderungen an Stadtwerke rasant zu, da ständig neue Vorgaben, neue Technologien, neue Geschäftsmodelle dazukommen werden.

Hier hakt OS-LOTSE ein und soll zum praktischen Navigationsinstrument werden. Per Open-Source-Software wird die energetische Infrastruktur des Stadtwerks abgebildet. Im Anschluss können verschiedene Szenarien betrachtet und das Energiesystem gezielt optimiert werden. Da sich das System laufend anpassen lässt, können Stadtwerke ihre Planung kontinuierlich weiterentwickeln und auf neue Anforderungen reagieren. Außerdem soll das Tool eine solide Entscheidungsbasis für anstehende Investitionen bieten.
Am Ende steht, dass Stadtwerke die Quartiersplanung selbstbewusst in die eigene Hand nehmen und entsprechendes Know-how im eigenen Haus aufbauen können.

Technische Grundlage von OS-LOTSE ist der an unserer Hochschule entwickelte Spreadsheet Energy System Model Generator (SESMG) – ein Optimierungstool, mit dem urbane, sektorgekoppelte Energiesysteme modelliert und über Sektoren hinweg optimiert werden können. Der SESMG ist wissenschaftlich erprobt und wurde bereits in mehreren Praxisstudien eingesetzt – bislang aber vor allem im wissenschaftlichen Kontext.

OS-LOTSE macht nun den nächsten Schritt. „Wir entwickeln den SESMG zu einem leicht nutzbaren Praxistool weiter, damit er in die Workflows der Stadtwerke integriert werden kann. Also richtet sich das Tool später gezielt an die Anwender*innen in den Stadtwerken, nicht mehr nur an Forscher*innen“, so Franziska Koert, ebenfalls vom Team Vennemann. Die Stadtwerke könnten damit selbst maßgeschneiderte Geschäftsmodelle für die Strom- und Wärmeversorgung entwickeln.

Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und Anfang Dezember 2025 gestartet. „Das Projekt lebt von den Erfahrungen der Stadtwerke aus den unterschiedlichen Quartieren. Deshalb sind weitere Stadtwerke eingeladen sich einzubringen“, sagt Ingenieurin Koert. Wer Interesse am Mitwirken oder einem Austausch hat, kann sich gerne direkt bei Franziska Koert oder dem Forschungsteam von Prof. Vennemann an unserer Hochschule melden. Die Kontaktdaten finden Interessierte unter fh.ms/TeamVennemann.

Originalmeldung:
https://www.fh-muenster.de/de/ueber-uns/newsroom/news/egu/open-source-tool-macht-stadtwerke-fit-fuer-die-energiewende-im-quartier

Ansprechpartnerin:
FH Münster
Pressesprecherin
Katharina Kipp M.A.
+49 (0)251 83 64090
katharina.kipp@fh-muenster.de

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2026-04-17T11:35:41+02:0022.04.2026|Kategorien: Energie & Ressourcen, Nachhaltigkeit|Tags: |

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