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Vorkenntnisse von Polizeistudenten

FHöV führt Studie zu vorpolizeilichen Expertise von Polizeibeamten durch.

Jeder zweite Polizeistudierende verfügt über Erfahrungen aus einem vorangegangenen Studium oder einer Berufsausbildung. Dies hat eine Studie zur vorpolizeilichen Expertise von Polizeibeamtinnen und -beamten ergeben (Bild: pexels).

© pexels

Mülheim an der Ruhr, 26. April 2018. Jede/r zweite Polizeistudierende verfügt über Erfahrungen aus einem vorangegangenen Studium beziehungsweise aus einer Berufsausbildung. Ebenfalls liegen Kenntnisse zu zahlreichen Fremdsprachen vor. Dies hat eine Studie zur vorpolizeilichen Expertise von Polizeibeamtinnen und -beamten ergeben.

Technisierung, Digitalisierung, Globalisierung und Verrechtlichung schaffen nicht nur in Deutschland eine zunehmende Komplexität der Arbeitswirklichkeit aller Menschen. Auch die Polizei steht vor dem Problem, sich sowohl in ihren Arbeitsmethoden und Ausstattungen als auch in ihren unterschiedlichen Arbeitsfeldern rasanten Veränderungen mit immer kürzeren Halbwertzeiten stellen zu müssen. Eine umfassende Verwendbarkeit jeder Polizeibeamtin/jedes Polizeibeamten in jeglicher Funktion mag wünschenswert sein und entspricht dem Gedanken des Einheitspolizisten, wird aber der Arbeitsrealität längst nicht mehr gerecht. Die Polizei wird sich zunehmend eines Spezialistentums bedienen müssen.

Untersuchung zur Expertise der Beamtinnen und Beamten

In diesem Zusammenhang wurde 2017 an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (FHöV NRW) unter der Leitung von Kriminalhauptkommissar Dr. Frank Kawelovski eine Untersuchung zur Expertise der Polizeibeamtinnen und -beamten in Nordrhein-Westfalen durchgeführt.

Dazu wurden insgesamt 500 Studierende des Polizeivollzugsdienstes der FHöV NRW, Außenstelle Mülheim an der Ruhr, aus den Einstellungsjahrgängen 2014 bis 2017 befragt. Es wurde untersucht, welche akademischen und nicht akademischen Ausbildungen, welche Sprachkenntnisse und welche sonstigen Fähigkeiten junge Menschen heutzutage für die Polizei mitbringen.

Ergebnisse der Studie

Die Befragten waren durchschnittlich 23 Jahre alt, wobei die Altersspanne von 18 bis 37 Jahren reichte. Knapp 63 % waren Männer und 37 % Frauen. 81 % der Befragten verfügten über die allgemeine Hochschulreife, 19 % über die Fachhochschulreife.

Rund 50 % der Studierenden hatten vor dem Eintritt in die Polizei bereits eine Berufsausbildung begonnen oder beendet. Von den 500 Befragten hatten knapp 22 % einen nicht akademischen Berufsabschluss und 4 % einen akademischen Abschluss erworben.

Knapp 16 % der Befragten besaßen Kenntnisse aus kaufmännischen und betriebswirtschaftlichen, 12 % aus handwerklichen, technischen oder ingenieurwissenschaftlichen, 5 % aus medizinischen und 3 % aus IT-, kommunikationstechnischen und sicherheitsproduzierenden Ausbildungen oder Berufen. Polizeistudierende verfügten bereits über Studienabschlüsse als Sozialpädagogen und Sozialarbeiter, Mathematiker, Architekten, Rechtswissenschaftler, Betriebswirte, Wirtschaftsingenieure, Sport-, Kommunikations- und Gesundheitswissenschaftler.

Zusätzlich wiesen die Befragten Kenntnisse aus 25 verschiedenen Sprachen auf, darunter auch Persisch, Chinesisch oder Aramäisch.
Die Erhebung ist die erste von zwei Stufen der Studie. In einem nächsten Schritt soll festgestellt werden, wie die Expertise der Polizeibeamtinnen und -beamten zentral erfasst und abrufbar gemacht werden kann. Außerdem soll überprüft werden, wie man die Kenntnisse für die polizeiliche Arbeit nutzen kann.

Ansprechpartner:
HSPV (vormals FHöV)
Leiter Stabstelle KSQ
Dietmar Zeleny
+49 (0)209 1659 3400
dietmar.zeleny@fhoev.nrw.de

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2020-04-03T15:18:12+02:0026.04.2018|Kategorien: Gesellschaft, Vermischtes|Tags: |

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