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Investitionen im Ruhrgebiet

Chinesische Investitionen im Ruhrgebiet – IAT startet Projekt »CHN_RUHR«.

(Bild: pixabay).

© pixabay

Gelsenkirchen, 3. Juni 2020. Das Ruhrgebiet durchlebt seit fast sechs Jahrzehnten eine strukturelle Transformation, die in der starken Spezialisierung der ehemaligen Montanregion begründet liegt.

Das Projekt »CHN_RUHR« geht der Frage nach, welchen Einfluss exogene Faktoren auf den regionalen Entwicklungspfad des Ruhrgebiets haben. Als exogene Einflussfaktoren gelten z.B. neu angesiedelte Firmen, die in diesem Projekt anhand von neu im Ruhrgebiet angesiedelten chinesischen Firmen untersucht werden. In Nordrhein-Westfalen gehören chinesische Firmen bereits zu den wichtigsten Investoren. Auch im Ruhrgebiet können, nicht zuletzt durch die Wiederbelebung der neuen Seidenstraße («Belt & Road« Initiative), vermehrt Investitionen aus China beobachtet werden. Vor diesem Hintergrund ist es Ziel des Projekts, die Auswirkungen chinesischer Investitionen im Ruhrgebiet zu analysieren. Dabei wird zunächst eine genaue Darstellung der bisherigen Investitionen und deren Implikationen für den Standort durchgeführt. Ergänzende Unternehmensfallstudien werden mit dem Ziel durchgeführt, Aufschluss über die konkreten Auswirkungen der chinesischen Beteiligung und Übernahmen an deutsche Firmen zu erhalten. Abschließend wird eine empirisch-gestützte Darstellung der Entwicklungen rund um das chinesische Großprojekt der »Belt & Road« Initiative (BRI) erarbeitet.

Chinesische Unternehmen im Ruhrgebiet als exogene Einflussfaktoren regionaler Entwicklung

Seit 2006 sind chinesische Investitionen in Europa, aber vor allem in Deutschland, deutlich angestiegen (Amendolagine und Rabellotti 2017; Welfens 2017). Das Ruhrgebiet nimmt in den geschilderten Entwicklungen eine zentrale Rolle ein. So konnten in den letzten Jahren vermehrt Übernahmen und Beteiligungen (z.B. Medion, Schwing, Tailored Blanks) durch chinesische Firmen beobachtet werden. Zusätzlich bildet die BRI eine parallele Entwicklung, die, vor allem im Raum Duisburg, zu höheren chinesischen Investitionen führt. Ziel der 2013 vorgestellten BRI ist es, China sowohl auf dem Land- als auch auf dem Seeweg besser an Europa anzubinden.

China strebt langfristig mit Initiativen wie etwa „Made in China 2025“ die Technologieführerschaft an (Zenglein und Holzmann 2019; Bian und Emons 2017). Zwar wird dies in Deutschland zum Teil kritisch beobachtet und zuweilen als brisant erachtet. So wird in der aktuellen Industriestrategie der Bundesregierung auf die technologische Konkurrenz aus China und dem damit einhergehenden unfairen Wettbewerb hingewiesen (BMWi 2019). Andererseits können chinesische Übernahmen aber durchaus Impulse setzen, die wirtschaftliche Entwicklung (im Ruhrgebiet) unterstützen und einen verbesserten Zugang zum chinesischen Markt bieten (Welfens 2017).

Fragestellungen

Basierend auf diesen Überlegungen widmet sich das Projekt »CHN_RUHR« folgenden Fragestellungen:

  • Welche Auswirkungen haben chinesische Übernahmen/Beteiligungen auf die Firmen und den Standort?
  • Dienen chinesische Investitionen im Ruhrgebiet als exogene Einflussfaktoren für einen möglichen Pfadwandel?

Untersuchungsmethoden

In einem ersten Schritt werden basierend auf einer Datenbankrecherche Investitionen chinesischer Firmen für das gesamte Ruhrgebiet erfasst und dargestellt. Die vier größten Firmenübernahmen werden in Fallstudien näher untersucht und mittels qualitativer Interviews mit Management, Betriebsräten und Wirtschaftsförderungen aufgearbeitet. Abschließend werden in einer explorativen Analyse die Auswirkungen der BRI auf das Ruhrgebiet näher erfasst.

Origialmeldung:
https://www.iat.eu/forschung-beratung/projekte/2020/chnruhr-chinesische-investitionen-im-ruhrgebiet.html

Ansprechpartnerin:
Westfälische Hochschule
Leiterin Pressestelle
Dr. Barbara Laaser
+49 (0)209 9596 464
barbara.laaser@w-hs.de
2020-06-17T09:46:51+02:0017.06.2020|Kategorien: Wirtschaft & Unternehmen|Tags: |