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Startups aus NRW | Levity Space Systems

Startups aus NRW | Levity Space Systems2019-05-10T15:51:07+02:00

Kurzinterview mit Levity Space-Mitgründer Lars Kesseler

Eine standardisierte Satellitenplattform mit Einsatz bis zum Mond

Logo Levity Space, FH Aachen Moon Logo (Bild: Levity Space Systems)

© Levity Space Systems

Gründer des Startups Levity Space (Bild: Levity Space Systems).

© Levity Space Systems

Die drei Absolventen der Fachhochschule Aachen, Andrés Lüdeke, Ignacio Vinuela und Lars Kesseler haben in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Czupalla eine Satellitenplattform entwickelt, die die Hürden des Einstiegs in die Raumfahrt senken soll.

Herr Kesseler, können Sie vorab einmal kurz beschreiben was genau Sie machen, was hinter der Idee „Levity Space“ steckt?

Zunächst war da der Rahmen für die Bildung des Teams: Die Erkenntnis, dass die Kommerzialisierung in den letzten Jahren auch zunehmend die Raumfahrt erfasst. In den USA ist schon das schon länger bekannt, StartUps in der Raumfahrtindustrie werden längst staatlich gefördert und von Investoren mit großem Interesse verfolgt. Der InnoSpace Masters Wettbewerb – der das erste Mal 2015 veranstaltet wurde – war nun eine von vielen europäischen Initiativen, um nicht den Anschluss im „NewSpace“ Sektor zu verlieren. Diese neue Welle in der europäischen (und auch deutschen) Politik sehen wir als große Chance, als StartUp in der Raumfahrt Fuß zu fassen.

Was ist Ihr Ziel, was wollen Sie mit Levity Space erreichen?

Die Raumfahrt war in der Vergangenheit ausschließlich den Regierungen vorbehalten, aus vielfältigen Gründen natürlich. Mit der Kommerzialisierung des Weltalls ändert sich dies nun allmählich, oder ist vielmehr bereits im vollen Gang. Flotten von Erdbeobachtungs-CubeSats (z.B. von Planet) halten längst mit den großen Satelliten mit, was Nutzen und Rentabilität angeht. Die großen Visionen und erweiterten Nutzungsszenarien jenseits der niedrigen Erdumlaufbahn bleiben aufgrund der bisherigen Infrastruktur jedoch erneut vorerst den Regierungen und Großkonzernen vorbehalten. Wir halten nach unserem ersten Vorstoß „MESA“ weiterhin an dem Ansatz fest, vernachlässigte Konzepte zu verwirklichen. Wir wollen zu einer kostengünstigen Infrastruktur im Weltraum beitragen, die die Einstiegshürde für das kommerzielle, aber auch wissenschaftliche Engagement in der Raumfahrt nach und nach senkt. Dabei geht es nicht darum, mögliche Konkurrenten wie Airbus in Sachen absoluter Leistung auszustechen. Es gibt aber Satellitenbetreiber, die versuchen, spezielle Anforderungen an neue Missionsarchitekturen mit niedrigem Budget zu erfüllen. Diesen wollen wir mit einer standardisierten Satellitenplattform zu Hilfe kommen und einen kostengünstigen Einsatz bis hin zum Mond ermöglichen.

Was war bisher Ihre wertvollste Erfahrung im Prozess der Gründung?

Allgemein sind wir sehr dankbar für die Hilfe der Entwicklungs- und Kontaktprogramme in Deutschland und Europa, sowie für die zunehmende gesellschaftliche Aufmerksamkeit die der Raumfahrt geschenkt wird. Dies ist natürlich auch auf die zunehmende Berichterstattung in der Presse und in den Medien zurückzuführen. Durch unsere Teilnahmen und Gesprächsinitiativen auf Messen, Ausstellungen und Ideenwettbewerben haben wir als junge Ingenieure bereits viel Kontakt zu den „alten Hasen“, aber auch anderen jungen Firmen in der Raumfahrt gehabt.

Wie viel Arbeit steckt in dem Prozess der Gründung, was ist der durchschnittliche Aufwand (pro Tag)?

Wir konzentrieren uns gegenwärtig auf die Etablierung von geschäftlichen Partnerschaften sowie die Perspektive und Grundlage unserer Finanzierung. In der Raumfahrt müssen sich aufgrund der technischen Komplexität die Produkte, Technologien und Dienstleistungen ergänzen. Die Gründung hat man dabei aber natürlich immer im Hinterkopf. Es gibt aber noch viele Variablen, über die wir uns erst später Gedanken machen müssen, bevor wir letztendlich notariell gründen werden.

Sie treffen den NRW-Wirtschaftsminister. Was würden Sie sich für das Gründungsland NRW wünschen?

Tatsächlich haben wir Herrn Pinkwart bereits auf einer Veranstaltung des AC² Businessplanwettbewerbs getroffen. Er hat sich sehr offen in der Unterstützung kleinerer Raumfahrtunternehmen gezeigt. Wie bereits erwähnt begrüßen wir die Wachstums- und Innovationsinitiativen der Politik des Bundes und der Länder, auch wenn diese natürlich noch nicht an die Investitionen der Raumfahrtnation USA heranreichen. Der InnoSpace Masters Ideenwettbewerb sowie das Programm START-UP-Hochschul-Ausgründungen NRW (über das das Team momentan für ein Jahr gefördert wird) sind nur zwei der  Initiativen, von denen wir bereits profitiert haben. Wir hoffen, dass auch in Zukunft weiter in die (kleine) Raumfahrt investiert wird und freuen uns über Ankündigungen wie den Ausbau des Forschungsflughafens Aachen-Merzbrück zum „Lehr- und Forschungszentrum FH.AERO.SCIENCE“. Dieser Standort wird neben der Luftfahrt auch der Raumfahrt in NRW neuen Wind bringen.

Wir bedanken uns für das Gespräch und wünschen dem Levity Space-Team weiterhin viel Erfolg und alles Gute!