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Startups aus NRW | EEDEN

Startups aus NRW | EEDEN2021-02-23T09:29:16+01:00

Kurzinterview mit EEDEN-Mitgründer Steffen Gerlach

Die Zukunft der Baumwollfaser

© EEDEN GerMan UG

Um baumwollhaltige Textilabfälle nach ihrem Gebrauch weiterhin im Kreislauf zu bewahren, entwickeln die Macher bei EEDEN ein chemisches Recyclingverfahren, um genau diese Textilabfälle zu neuwertigen Zellulosefasern zu verarbeiten. Mitgründer Steffen Gerlach gewährt einen Einblick.

Können Sie unseren Leser*innen knapp beschreiben, was sich hinter Ihrer Idee von „EEDEN“ verbirgt?

Wir bei EEDEN entwickeln ein chemisches Recyclingverfahren, um baumwollhaltige Textilabfälle zu neuwertigen Zellulosefasern zu verarbeiten. Diese haben nach dem Recycling baumwollähnliche Eigenschaften und sind qualitativ sogar hochwertiger als neue Baumwolle. Aktuell werden Textilien nach Nutzungsende weltweit überwiegend deponiert oder verbrannt. Selbst bei vergleichsweise hohen Sammlungs- und Verwertungsquoten in Deutschland, werden beispielsweise Altkleider, die nicht als Second-Hand-Ware nutzbar sind, zumeist zu Downcyclingprodukten verarbeitet und anschließend ebenfalls entsorgt. Wir möchten das Material lieber in einem Kreislauf halten und somit die wachsende Nachfrage bedienen, ohne die planetaren Belastbarkeitsgrenzen weiter auszureizen.

Wie ist die Idee für das Unternehmen entstanden?

Reiner, einer unserer Gründer, hat an der Hochschule Niederrhein Textil- und Bekleidungstechnik studiert und sich zum Ende seines Studiums die Frage gestellt, welche notwendigen Transformationen der Textilbranche bevorstehen. Das Ressourcenproblem der Branche – also wachsende Nachfrage bei gleichzeitig begrenzten Produktionsvolumen von Baumwolle und gravierenden Umweltschäden durch die Textilindustrie – hat ihn beschäftigt und nach Lösungsansätzen forschen lassen. Wir glauben, dass die bisherigen Ansätze nicht ausreichen und haben uns 2019 an den Aufbau des Verfahrens begeben.

Wie gestaltete sich die Finanzierung Ihrer (Aus-)Gründung? 

Die Gründungskosten haben wir aus eigenen Mitteln bestritten. Seither werden wir auf vielfältige Art und Weise unterstützt. Das NRW-Gründerstipendium hat uns die Möglichkeit geboten, ein Jahr in Vollzeit im Projekt tätig sein zu können, ohne nebenher noch anderweitig arbeiten zu müssen. Die Wirtschaftsförderung der Stadt Mönchengladbach (WFMG) unterstützt uns des Weiteren, im Rahmen des Start-Up.Starterkit.MG, mit einer Gründer-WG in der Gladbacher Innenstadt, Mentoring und Netzwerkzugang. Unsere privaten Fixkosten konnten wir durch diese Angebote gut bewerkstelligen. Zudem werden wir mit Büroflächen im Gründungsinkubator „Blauschmiede“ durch die NEW AG gefördert und profitieren seither von dem Standort auf dem Campus der Hochschule Niederrhein. Unser Projekt kommt zudem für diverse Bundes- und EU-Förderprogramme in Betracht. Die Förderung des Projektes in Kombination mit Investitionsgeldern ist das nächste, gesteckte Ziel, um EEDEN weiter voran zu bringen.

Was waren die größten Schwierigkeiten, die Sie auf Ihrem Gründungsweg überwinden mussten?

Sicherlich liegen die größten Schwierigkeiten in der Komplexität unseres Vorhabens. Man darf sich keine Illusionen machen: was wir hier vorhaben, ist eine Mammutaufgabe, die in keinem Fall von zwei Personen zu stemmen ist. Das Team konnten wir bereits erweitern, um Verfahren und Business Plan noch schneller auf die Beine zu stellen. Würden wir jedoch nicht sehen, dass auch Akteure aus Forschung und Wirtschaft interessiert sind, uns auf unserem Weg zu begleiten und unterstützen, hätten wir sicherlich deutlich schlechtere Karten. Nun gilt es dieses Interesse in handfeste Kooperationen zu übertragen.

Sie treffen den NRW-Wirtschaftsminister: Was würden Sie sich für das Gründungsland NRW wünschen?

Wir würden uns mehr Wagniskapital für Projekte wünschen, die sich die Entwicklung notwendiger Verfahren und Technologien, zur Bewältigung zukünftiger Herausforderungen, zum Ziel gemacht haben. Kapital ist nur eingeschränkt verfügbar, wenn ein Gründungsprojekt nicht darauf abzielt ein weiteres Konsumgut schnell auf den Markt zu bringen, um eine schnellstmögliche Amortisation zu erreichen.

Wir danken herzlich für das Gespräch! Dem Team von EEDEN wünschen wir auf Ihrem Weg alles erdenklich Gute!

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