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Unverträglichkeit selbst testen

Internationale Forschungsprojektreihe im Bereich „E-Health“ mit Studierenden.

Projektpartner v. l. n. r.: Birgit Gerhold (MIP GmbH), Dr. Holger Kramer (Brain Station 51), Prof. Dr. Beate Gleitsmann (RFH Köln), Shah Saad Azfar (AbbVie) (nicht im Bild Rupak Biswas aus Bangladesch). (Bild: Rheinische Fachhochschule Köln)

© Rheinische Fachhochschule Köln

Auszug der Darstellung des Projektablaufs. (Rheinische Fachhochschule Köln)

© Rheinische Fachhochschule Köln

Köln, 13. Dezember 2019. Prof. Dr. Beate Gleitsmann (Leiterin des Studiengangs Media and Marketing Management an der RFH) hat mit Studierenden im Wintersemester 2019/2020 eine internationale Forschungsprojektreihe im Bereich „E-Health“ gestartet. Es handelt sich um die Ausarbeitung eines „Marketing-&-Patient-Interaction“-Konzeptes für einen mobilen Selbst-Diagnostiktest bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Kooperationspartner des Projektes sind der Technologiekonzern Brain Station 51, das BioPharma-Unternehmen AbbVie als Ideengeber sowie die MIP media-business improved performance GmbH. Technologische Unterstützung bei der Softwareentwicklung erhält das Team von IT-Spezialisten aus Bangladesch, die per Videokonferenz regelmäßig mit den studentischen Teams kommunizieren.

Die Ausgangslage

Besteht bei Patient*innen der Verdacht auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit (z.B. Laktose- oder Fruktoseintoleranz bzw. Fruktosemalabsorption) kann als Diagnoseinstrument der sogenannte H2-Atemtest (Wasserstoffatomtest) eingesetzt werden. Durch den dabei festgestellten Wasserstoffanteil (H2) in der Ausatemluft der Patient*innen können Rückschlüsse auf die Zuckerverwertung im Dünndarm gezogen werden. Die Untersuchung selbst erfolgt durch den Gastroenterologen.
Der Prozess der H2-Atemtest-Unverträglichkeitsuntersuchung wird aktuell bestimmt durch Medienbrüche (digital/analog), ein hohes Risiko der fehlerhaften manuellen Datenübertragung sowie eine lange Wartezeit auf das Untersuchungsergebnis. Hinzu kommt der manuelle und zeitliche Aufwand der Arzthelferin, diesen Prozess zu begleiten und zu kontrollieren. Hier setzt das Konzept des Forschungsprojektes an, das sich auf eine „Patient Journey“ (diese Aufzeichnung dokumentiert, wie Patient*innen eine Krankheit erleben) konzentriert und den Prozess für Patient*innen und Arzthelferinnen digital so optimiert und harmonisiert, dass fehlerhafte Datenübertragungen vermieden und eine schnelle Verfügbarkeit des Diagnoseergebnisses garantiert werden.

Forschungsziele

Der Kick-off zum gemeinsamen Forschungsprojekt startete am 8.10.2019 an der Rheinischen Fachhochschule Köln. Im ersten Projekt soll der Prozess einer Unverträglichkeitsuntersuchung – der „H2-Atemtest“, der Laktose- oder Fruktoseintoleranz durch Gastroenterologen feststellen
soll – digital optimiert werden. Eine einfachere mobile Dokumentation von Untersuchungen und Ergebnissen soll die Arbeit von Arzthelferinnen erleichtern und Patient*innen eine schnellere Diagnose liefern.

– Marktforschung
– Konzepterstellung und App-Entwicklung
– Wirtschaftlichkeitskalkulation

Marktforschung – Deutschlandweite Befragung in acht Großstädten

Die Aufgaben der verschiedenen Arbeitspakete sind auf das studentische Projektteam unter der Leitung von Professorin Beate Gleitsmann bereits aufgeteilt worden, sodass nach dem Kick-off die Projektarbeit unmittelbar begonnen hat. Im Oktober 2019 haben die Studierenden des 3. Semesters ihre qualitative Marktforschung gestartet und einen Interviewleitfaden erarbeitet, mit Fragen wie „Wann und wie wird der H2-Atemtest in Ihrer Praxis durchgeführt?“, „verfügen Sie über ein Leitgerät oder befindet sich das Testgerät in Eigentum?“, „welche Optimierungspotenziale wünschen Sie sich?, „Welche Probleme tauchen beim Test auf?“. Im gleichen Monat wurden zahlreiche Kontaktinformationen generiert und diverse Daten aktualisiert. Nach einer ausführlichen Pretest-Phase (Telefon-Workshops) und einer Interviewreihe mit ausgewählten Gastroenterologen startete im November eine deutschlandweite Befragung. Telefonisch wurden 72 Gastropraxen und Facharztzentren in Hamburg, Leipzig, Dresden, Düsseldorf, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und München zum Ablauf des H2-Atemtests durchgeführt. Am 22.11.2019 wurden die ersten Ergebnisse präsentiert und die weitere Vorgehensweise besprochen. Im weiteren Schritt wird es darum gehen, im Raum Köln/Bonn/Aachen persönlich mit Ärzten zu sprechen.
Für das Telefonmarketing stand Birgit Gerhold (MIP GmbH) den Studierenden mit fachlicher Kompetenz als Telefon-Expertin beratend zur Seite. Frau Gerhold koordiniert auch die komplexe Abstimmung der gemeinsamen Termine zwischen so vielen Partnern.

App-Entwicklung

Die App-Entwicklung erfolgt parallel zu unserer Befragung. Die Studierenden haben dazu Skype-Konferenzen mit IT-Experten aus Bangladesch durchgeführt. Die App soll die Patienten an die Zeit erinnern (Weckerfunktion) und die Messwerte an die Praxissoftware übertragen. Ein Prototyp wird aktuell erstellt.
Das Sponsoring und die Entwicklung der dazugehörigen Health-App werden durch Brain Station 51 übernommen. Als Ansprechpartner und Sponsor steht dem studentischen Forschungsteam Dr. Holger Kramer von Brain Station 51 zur Verfügung.

Ausblick

Alle Beteiligten freuen sich sehr auf die kommenden Aufgaben, z.B. die Ausarbeitung einer Patienten-Journey, Aufbau eines Showcases mit empirischen Daten anhand eines Prototypen für die mobile App – und auf die Möglichkeit und Gutes im Sinne der Patient*innen zu tun. Für Prof. Gleitsmann ist dieses internationale Projekt in der Projektsprache „Englisch“ und agiler Vorgehensweise eine hervorragende Möglichkeit, die Herausforderungen in der Praxis mit der Hochschulausbildung zu vereinen und die Studierenden damit praxisnah auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Zudem können die Studierenden durch die Projektarbeit ihre Englischkenntnisse kontinuierlich verbessern. Von der Kooperation mit Softwareentwicklern aus Bangladesch und der Brücke nach Südasien profitieren alle Projektpartner. Kooperationspartner aus anderen Ländern können am Rheinischen Institut für deutsche Sprache, Kommunikation und Marketing (RIDEUS) die deutsche Sprache erlernen – eine Win-win-Situation, aus der alle Beteiligten und Betroffenen für sich einen Nutzen ziehen können.

Origialmeldung:
https://www.rfh-koeln.de/aktuelles/meldungen/2019/internationale_forschungsprojektreihe_e-health_mit_studierenden/index_ger.html

Ansprechpartnerin:
Rheinische FH Köln
Pressesprecherin
Beate Czikowsky
+49 (0)221 20302 8002
beate.czikowsky@rfh-koeln.de
2019-12-13T13:38:22+01:0013.12.2019|Kategorien: Forschung 21|Tags: |